Sonntag, 14.07.2024
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Notiz an mich: Schwierig ... | Zurück

Bild von Hai Nguyen Tien auf Pixabay

Zwei Ausgaben hat er mich in Ruhe gelassen, aber jetzt kam er mal wieder um die Ecke, der liebe Herr Herausgeber, mit dieser zerstreuten Attitüde des in die Jahre gekommenen Großdenkers. Ihr wisst schon, hier ein paar wichtige Namen droppen, da einen Satz nach der Hälft e abbrechen, sich ernst und entschlossen an die Stirn fassen. Muss man halt so schlucken, er zahlt ja. Nicht sehr gut, versteht sich. Aber immerhin meistens pünktlich. Wie auch immer, er kam um die Ecke und hatte einen Vorschlag. „Hier, du, Seite 6 in dem Hochschuldings (er vergisst seit Jahren meinen Namen), schreib doch mal was zusammen Richtung neue Partei. Brauchen wir! Dringend! Die sind ja alle nicht mehr wählbar. Die Leute wünschen 
sich was Neues. Fühlst du das nicht auch? Natürlich fühlst du das auch! Schreib mal so ein kleines Programm. Was wir jetzt brauchen und was die Leute wählen würden.“

Was soll man da sagen? „Ja, Chef, wird gemacht!“ Programm, klar. Was brauchen die Leute? Was wollen die Leute? Auf geht’s in die Tiefenrecherche! Bedarfsanalyse. Statistiken analysieren, Umfragen auswerten, Leute interviewen. Habe ich alles gemacht. Hier meine kleine Zusammenfassung. Also, es gibt schon noch (das vorausgeschickt) Unterschiede zwischen Ost und West. Aber gar nicht so sehr inhaltlich. Die im Osten bekennen sich nur offener. Insgesamt kann man Folgendes feststellen: Die Deutschen wollen genug zu essen und zu trinken, mehrheitlich gegrilltes Fleisch und Alkohol, hauptsächlich Bier und Wein. Sie wollen ein Dach überm Kopf, gerne mit Garten, sie wollen gerne jedes Jahr in den Urlaub und sie wollen Sicherheit – Altersarmut lehnen sie ab. Sie wünschen sich Windkraft anlagen, aber nicht in Sichtweite, und Fachkräfte, wenn es sein muss aus dem Ausland, aber ebenfalls nicht so gerne in Sichtweite. Sie 
wollen sich nichts verbieten lassen, sie wollen auf nichts verzichten und sie wollen Führung. Und Werte sind wichtig. Die muss es zumindest auf dem Papier geben. Man muss nicht unbedingt alles diesen Werten unterordnen, aber es ist doch schön, sie zu haben. Ach ja, ein bisschen konservativ darf es auch wieder sein. Fertig. Soweit die Tiefenrecherche. Nicht besonders tief, könnte man urteilen, aber so sind sie halt, die Deutschen. Mehrheitlich. Natürlich gibt es diverse kleine Gruppen, die ganz anders ticken. Aber es soll ja keine Woke-Bubble-Partei sein, sondern eine neue, mehrheitsfähige Mainstream-Partei. Wozu eigentlich? Will der Chef etwa selbst in die Politik? Das wollen wir uns alle besser nicht ausmalen.

Egal, Auftrag ist Auftrag. Was, das ist die ganz entscheidende Frage, muss sich ändern in Deutschland, damit die Deutschen genau das bekommen, was sie mehrheitlich wollen? Eigentlich ist das ziemlich einfach. Es bräuchte nur eine Zeitmaschine. Mit der drehen wir die Uhren ein paar Jahre zurück, am besten in die Zeit vor Corona, schon ist der Drops gelutscht. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Leute nicht vergessen, was in den Jahren während und nach Corona so passiert ist. Sie dürfen das nicht vergessen, damit sie zu schätzen wissen, was sie damals hatten. Leider gibt es so eine Zeitmaschine noch nicht, da wird KI wohl noch ein bisschen brauchen und wir müssen uns anders behelfen. Los geht’s. Corona können wir nicht mehr ändern. Passiert ist passiert. Haken dran. Aber in Sachen Ukraine und Russland ist was zu machen. Hier kommen die Werte ins Spiel. Frieden. Wir wollen Frieden. Und was ist ganz schlecht für Frieden? Richtig! Waffen. Also muss ein wichtiger Punkt auf der Agenda der neuen Partei sein, keine Waffen mehr an die Ukraine zu liefern. Damit dort demnächst „Frieden“ ist. Klar, da müssen dann alle eine Weile stark sein, in den ersten Monaten des „Friedens“, und beide Augen zudrücken, aber die Russen werden schon dafür sorgen, dass man nicht so viel davon mitbekommt, was dann in der russischen Ukraine passiert. Positiver Nebeneffekt: Putin revanchiert sich mit billigem Gas und Öl, und was er sonst noch zu bieten hat. 

Erledigt, was noch? Wirtschaftspolitik. Es braucht mehr Beinfreiheit für die deutschen Unternehmen und keine immer neue Bürokratie, keinen hysterischen Klimaschutz, der uns ins Abseits schießt. Haken dran. Klimaschutz und Gedöns nur dort, wo das wirklich niemandem wehtut. Und damit ist bereits an anderer Stelle viel gewonnen. Denn wer leidet wie immer am meisten unter der grünen Diktatur. Genau, der kleine Mann. Zusammen mit seiner kleinen Frau, so viel Zeit muss sein. Darum untenrum möglichst viel Entlastung, koste es, was es wolle. Was fehlt noch? Das Konservative, aber eher diffus. Vielleicht kann man es so zusammenfassen: Immer genau das Gegenteil von dem, was sich die Grünen wünschen. Und dann braucht es zuletzt noch einen anderen Umgang mit allen, die rein wollen. Das ist einfach. Vorbild Dänemark, 1 zu 1 kopiert. Fertig ist das Programm.

Zusammengefasst mit ein paar Spiegelstrichen bin ich damit ein bisschen stolz beim Chef aufgelaufen. Und was sagt der? „Gibt’s schon!“ Nennt sich BSW. Ja leck mich doch fett! Dann halt nicht!

>> Text: VA
>> Bild: Hai Nguyen Tien / Pixabay.com

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