Donnerstag, 29.02.2024
aber das war's dann auch schon

16.10.2023: Ringvorlesung: „Wasser: Von Extremereignissen bis zum Ressourcenschutz“

Welche wasserwirtschaftlichen Folgen hat der Klimawandel? Wie kann eine gute und sichere Küste der Zukunft aussehen? Welche Lösungsansätze gibt es für eine wassersensible Stadtentwicklung? Diese und andere spannende Fragen stehen im Fokus der Ringvorlesung „Wasser: Von Extremereignissen bis zum Ressourcenschutz“ der Leibniz Universität Hannover (LUH).  
An fünf Dienstagen im Oktober, November und Dezember 2023 sprechen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unter dem Oberthema „Wasser: Von Extremereignissen bis zum Ressourcenschutz“. Die Referentinnen und Referenten kommen aus unterschiedlichen Instituten der LUH, die Veranstaltungen finden jeweils von 18 bis 19.30 Uhr im Königlichen Pferdestall (Appelstraße 7, 30167 Hannover) statt. Die Ringvorlesung ist öffentlich, der Eintritt frei. Parallel werden die Vorträge live auf YouTube gestreamt.

Die Vorträge im Überblick:

24. Oktober: Eröffnung der Vorlesungsreihe durch Prof. Dr. Christina von Haaren, Vizepräsidentin für Internationales und Nachhaltigkeit der LUH, anschließend: Klimawandel und wasserwirtschaftliche Folgen für Niedersachsen (Prof. Dr.-Ing. Uwe Haberlandt, Institut für Hydrologie und Wasserwirtschaft, Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie)

7. November: Zukunft Küste – Veränderungen und Wirkungen des Meeresspiegelanstiegs im Küstenraum (Prof. Dr.-Ing. habil. Torsten Schlurmann, Ludwig-Franzius-Institut für Wasserbau und Ästuar- und Küsteningenieurwesen, Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie)

14. November: Naturbasierte Lösungsansätze für eine wassersensible Stadtentwicklung (Prof. Dr. Jochen Hack, Institut für Umweltplanung, Fakultät für Architektur und Landschaft)

21. November: Schwammstadt – blau-grüne Stadtvision als Antwort auf den Klimawandel (Prof. Dr.-Ing. Stephan Köster, Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik, Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie)

5. Dezember: Wasser ist Leben! Musikalische Zugänge zur Bewusstseinsbildung für den Großen Wandel (Prof. Dr. Christiane Meyer, Institut für Didaktik der Naturwissenschaften, Naturwissenschaftliche Fakultät, sowie Musikerinnen und Musiker der NDR Radiophilharmonie Hannover bzw. des Orchesters des Wandels)

Das vollständige Programm und Link zu den Streams: www.uni-hannover.de/ringvorlesung-nachhaltigkeit

16.10.2023: Einschreibungen auf einem unverändert stabilen Niveau

Zum Wintersemester 2023/24 erwartet die Leibniz Universität Hannover (LUH) rund 5.700 neue Studierende in Bachelor und Master. Damit liegen die Einschreibezahlen in etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Insgesamt werden rund 27.000 Studierende an der LUH eingeschrieben sein. Endgültige Zahlen zum Semesterbeginn liegen erst Mitte November vor.
Zu Beginn des Wintersemesters werden mit vorläufigem Stand (29. September 2023) 3.903 Erstsemester einen der 33 Bachelorstudiengänge bzw. ein Jurastudium an der Leibniz Universität Hannover beginnen. Die meisten Studienanfängerinnen und -anfänger finden sich im Fächerübergreifenden Bachelor (604), in den Studiengängen Rechtswissenschaften (470), Wirtschaftswissenschaft (463), Sonderpädagogik (228), Informatik (218), Bau- und Umweltingenieurwesen (193), Wirtschaftsingenieur (152), Sozialwissenschaften (135) sowie Maschinenbau (127). 
1.770 Studierende haben sich in einem der 53 weiterführenden Master-Studienangebote eingeschrieben. Die größten Masterstudiengänge sind der Master of Education für das Lehramt an Gymnasien (243 Neueinschreibungen), Wirtschaftswissenschaften M. Sc. (201) und Sonderpädagogik Master of Education (173).
„Es ist besonders erfreulich“, so Universitätspräsident Prof. Dr. Volker Epping, „dass unser Lehramt im Fächerübergreifenden Bachelor deutliche Nachfrage erlebt. So leisten wir einen konsequenten Beitrag zur Ausbildung künftiger Lehrerinnen und Lehrer, die mittelfristig zur Verfügung stehen können.“
Die Gesamtzahl der Studierenden aus dem Ausland an der LUH liegt bei insgesamt 3.575. Die meisten der sogenannten Bildungsausländerinnen und -ausländer kommen aus China (638), Indien (361), Iran (349), Syrien (303) und Tunesien (272).

16.10.2023: „Bauen für die Stadt von morgen“

Kluge und vor allem umsetzbare Ideen braucht es, um neben der Energiewende auch die Bauwende voranzutreiben. Ist nachhaltiges Bauen mit Beton überhaupt möglich? Wie können Teile von Abrissgebäuden ein zweites Leben im Neubau erhalten? Was sagt eigentlich die Energie-Effizienz von Gebäuden aus? Wie lassen sich Städte nachhaltiger planen? Und wie können wir Regenwasser künftig in der Stadt halten und nutzen?
Unter dem Titel „Bauen für die Stadt von morgen“ stellen Forschende der Fakultät für Bauingenieurwesen und Geodäsie an der Leibniz Universität Hannover am Donnerstag, 19. Oktober 2023, von 14 bis 18 Uhr Ansätze aus ihrer aktuellen Forschung vor. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Techniksalon im aufhof (ehem. Galeria Kaufhof), Veranstaltungsfläche „Linden/Grüne Bühne“, Seilwinderstraße 1-7, 30159 Hannover, statt.

Ablauf:

14-15 Uhr Die Stadt in der Klimakrise - Lösungsansätze in der Stadtplanung 
Robin Dankowski, Geodätisches Institut Hannover

15-16 Uhr Smart City - Intelligente Nutzungskonzepte und nachhaltiges Bauen
Digitaler Zwilling der Stadt
Prof. Dr.-Ing. Monika Sester, Institut für Kartographie und Geoinformatik
Nachhaltiges Bauen mit Beton - ein Widerspruch?
Prof. Dr.-Ing. Michael Haist, Institut für Baustoffe

16-17 Uhr Schwammstadt – Wege zur Realisierung einer Wasserspeicherstadt
Prof. Dr.-Ing. Stephan Köster, Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik

17-18 Uhr Energie-Effizienz ist berechenbar 
Dr.-Ing. Torsten Richter, Institut für Bauphysik

Die Teilnahme ist kostenlos und spontan möglich ohne Anmeldung. Eingeladen sind alle, die sich für Technik-Themen rund ums Bauen interessieren.

16.10.2023: Die Nacht, die Wissen schafft

Womit beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der Leibniz Universität Hannover (LUH)? Was geschieht hinter den Türen von Forschungsbauten und Laboren? Alle zwei Jahre bieten Einrichtungen und Institute der LUH bei der „Nacht, die Wissen schafft“ in Vorträgen, Führungen, Experimenten, Ausstellungen und Mitmachaktionen einen Einblick hinter die Kulissen. Pandemiebedingt fand dieses Format letztmalig im Jahr 2018 statt. Am Samstag, dem 4. November 2023, ist es wieder soweit: Von 18 bis 24 Uhr sind alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, die Universität an ihren verschiedenen Standorten zu entdecken und dabei auch selber aktiv zu werden.
Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus allen Fakultäten zeigen, woran sie forschen und worüber sie lehren, und stehen den Besucherinnen und Besuchern Rede und Antwort. Auch weitere Einrichtungen der Universität präsentieren ihre Themen. Zentraler Anlaufpunkt ist der Lichthof im Hauptgebäude (Welfengarten 1), wo es neben einem Infostand zur Veranstaltung auch erste Experimentier- und Dialog-Angebote gibt. Außerdem starten hier Führungen durch das Welfenschloss und zur Gedenkwand für die Hochschulmitglieder und -angehörigen, die ab 1933 Opfer NS-bedingter Unrechtsmaßnahmen der Technischen Hochschule Hannover waren. Die insgesamt mehr als 200 Programmpunkte der „Nacht, die Wissen schafft“ verteilen sich dann über alle Standorte der LUH, von der Nordstadt über Herrenhausen bis Marienwerder und Garbsen, wo die „Nacht des Maschinenbaus“ mit zahlreichen Angebote lockt.
Die „Nacht, die Wissen schafft“ an der Leibniz Universität Hannover ist Teil des Novembers der Wissenschaft, ein Projekt der Initiative Wissenschaft Hannover, bei dem sich die acht hannoverschen Hochschulen, die VolkswagenStiftung, das Studentenwerk Hannover, wissenschaftliche Einrichtungen und die Landeshauptstadt Hannover engagieren. Er findet 2023 vom 1. bis 19. November statt und gibt bei zahlreichen Veranstaltungen Einblicke in den Hochschul- und Wissenschaftsstandort Hannover.
Das gesamte Programm: www.dienachtdiewissenschafft.de.

08.09.2023: Digitale Tools für nachhaltige Mobilität an Hannovers Hochschulen

In Deutschland ist der Verkehrssektor für knapp 20 Prozent der CO2-Emissionen sowie Lärm- und Feinstaubbelastungen verantwortlich. An diesem Punkt setzt ein neues Verbundforschungsprojekt unter Koordination des Green Office der Leibniz Universität Hannover (LUH) an. „Digitalisierung für nachhaltige Mobilität“ (DiNaMo) hat das Ziel, nachhaltige Mobilität an Hochschulen digital zu unterstützen und zu fördern. Weitere Partnerinnen und Partner im Projekt sind die Hochschule Hannover (HsH), die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) sowie das Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften und Universitätsbibliothek (TIB). Ziel des Projekts ist es, Wege für eine Transformation hin zu einer nachhaltigen, klimafreundlichen Mobilität abzuleiten und auf andere Hochschulstandorte sowie die Stadt und Region Hannover auszuweiten. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert DiNaMo mit rund 1,5 Millionen Euro. 

Eine Wende in Richtung klimafreundliche Mobilität ist bislang nur in Ansätzen erkennbar. Das betrifft auch die Hochschulen. So entfallen beispielsweise an der LUH mindestens zehn Prozent der Treibhausgasemissionen auf das Mobilitätsverhalten der Mitglieder. Ein Großteil davon wird durch die Wege zur Arbeit sowie durch Dienstreisen verursacht. Hier fallen insbesondere Flugreisen zu wissenschaftlichen Konferenzen ins Gewicht. Um Mobilität stärker auf Nachhaltigkeit auszurichten, gilt es, den Verkehr nach Möglichkeit zu vermeiden, auf andere ökologischere Verkehrsträger zu verlagern oder diese zu verbessern. Dieses sogenannte VVV-Prinzip steht für die Förderung des Fuß- und Radverkehrs, aber auch für einen Wandel im Sinne von „Nutzen statt besitzen“, wie beispielsweise beim Carsharing. Apps oder Sharing-Plattformen, bei denen Nutzende etwa eine Mitfahrgelegenheit buchen oder ein Fahrrad ausleihen können, sind Beispiele dafür, wie digitale Dienste eine nachhaltige Mobilität unterstützen können.

Digitale Technologien wie Apps oder Online-Tools sollen bei DiNaMo eingesetzt und (weiter-)entwickelt werden, um nachhaltige Mobilität zu fördern. So soll beispielsweise für das Ridesharing, also dem Teilen von Fahrten im Sinne einer Fahrgemeinschaft, eine Plattform entwickelt werden, damit Fahrende und Mitfahrende individuell zu einander finden können. Außerdem soll untersucht werden, wie Flugreisen durch ein Online-Konferenztool bestmöglich vermieden werden und welche Funktionen das Tool dafür haben muss.

Viele der in DiNaMo untersuchten Beispiele sind dabei bereits in der Praxis etabliert, bergen aber unterschiedliche Herausforderungen, wodurch die Nutzung häufig eingeschränkt ist. An dieser Schnittstelle soll im Projekt angesetzt werden, um die Akzeptanz verschiedener digitaler Tools für eine nachhaltigere Mobilität zu untersuchen und deren Nutzung zu erhöhen. Dies soll in sechs Teilprojekten auf dem Campus der Hochschulen im Zusammenspiel mit der Stadt und Region Hannover erprobt und beforscht werden. Hierbei werden unterschiedliche Personengruppen für die jeweiligen Teilprojekte in die Datenerhebung eingebunden, da beispielsweise auch eine umfassende Begleitforschung zur Förderung nachhaltiger Mobilität stattfindet.

Zudem können Mitarbeitende und Studierende der drei Hochschulen eigene Ideen für eine nachhaltigere Mobilität einbringen. So sollen beispielsweise Workshops organisiert werden, um Visionen zu entwickeln, Ideen zu planen und Maßnahmen für eine nachhaltige Mobilität an den Hochschulen zu fördern. Außerdem sind Mobilitätstage mit verschiedenen Aktionen sowie Austausch- und Mitmachformate geplant. 

08.09.2023: Hochschulinformationstage 2023 – online und in Präsenz

Wer sich für ein Studium in Hannover interessiert, sollte die Hochschulinformationstage (HIT) nicht verpassen. Die Leibniz Universität Hannover (LUH) präsentiert am 12. und 13. September 2023 das gesamte Studienangebot live. Über Videos und Live-Übertragungen der Vorträge geben Lehrende, Mitarbeitende und Studierende Einblicke in Studieninhalte, -aufbau und -abläufe sowie alle wichtigen Infos zu den Bachelorstudiengängen in Hannover. Zudem gibt es Einblicke in Themen wie Tipps zur Studienwahl und Entscheidung, zum Bewerbungsverfahren oder zur Finanzierung. Viele Veranstaltungen finden live in Präsenz im Hauptgebäude der LUH (Welfenschloss) statt und werden per Webstreaming übertragen. Die Veranstaltungen sind kostenlos, eine vorherige Anmeldung für den Vor-Ort-Besuch ist notwendig (begrenzte Plätze). Das komplette Online- und Präsenzprogramm mit Anmeldemöglichkeit ist unter www.hit.uni-hannover.de zu finden.

An den Hochschulinformationstagen sind auch die anderen hannoverschen Hochschulen mit verschiedenen Angeboten beteiligt, so dass der gesamte Studienstandort Hannover vorgestellt wird.

17.08.2023: FOM Sommerstudie 2023 untersucht Attraktivität von Arbeitgebenden

Ob 4-Tage-Woche, Homeoffice oder Teilzeit – immer mehr Unternehmen setzen auf flexible Arbeitszeitmodelle und gehen damit auf die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden ein. Und das nicht nur aus Selbstlosigkeit: Denn attraktive Rahmenbedingungen schaffen einen Wettbewerbsvorteil angesichts des massiven Fachkräftemangels. Doch was ist den Generationen von Gen Z bis Boomern bei ihrem Job wirklich wichtig? Die FOM Sommerstudie 2023 nimmt die Arbeitgeberattraktivität in Deutschland unter die Lupe. Es zeigt sich: Geld und Sicherheit sind den meisten Menschen weiterhin am wichtigsten.
Superflexible Digital Natives und sicherheitsbewusste, hart arbeitende Boomer? Gängige Klischees über die Arbeitsmoral der Generationen gibt es viele. Die FOM Sommerstudie 2023 zeigt: Der Graben zwischen den Generationen ist gar nicht so groß wie oft angenommen. Insbesondere wenn es um Geld und Sicherheit geht, liegen die Altersgruppen nah beieinander: So geben in allen Altersgruppen mindestens 93 Prozent der Befragten an, dass ihnen eine attraktive Gesamtvergütung wichtig ist. An zweiter Stelle steht ein sicherer Arbeitsplatz – mit einer Zustimmung, die übergreifend bei mehr als 90 Prozent liegt. 

 Jüngere legen Wert auf eine flexible Arbeitszeit
Erst an dritter Stelle wird eine flexible Arbeitszeitgestaltung genannt (83 Prozent). Hier zeigen sich erste Unterschiede zwischen den Generationen. Mit 86 Prozent (Gen Z, 16-26 Jahre), 87 Prozent (Gen Y, 27-42 Jahre) und 83 Prozent (Gen X, 43-58 Jahre) liegt die Zustimmung besonders hoch. Dagegen fällt der Wert bei der Boomer-Generation (59-67 Jahre) auf 75 Prozent. 

 Sicherheitsorientierung überwiegt in jedem Alter
„Unsere Studie offenbart, dass eine gute Vergütung und eine sichere Jobperspektive für viele Beschäftigte weiterhin die wichtigsten Argumente bei der Wahl eines Arbeitgebers sind“, sagt Prof. Dr. Oliver Gansser, wissenschaftlicher Leiter der FOM Sommerstudie. „Überwiegend sind traditionelle und sicherheitsorientierte Ansichten vorherrschend – und das unabhängig von den Altersgruppen der Befragten.“

 Klassische Benefits sind für die meisten ein Muss 
Diese Grundhaltung spiegelt sich ebenso in den Benefits wider, die die Arbeitgeberattraktivität steigern sollen. Neun von zehn Befragten erwarten neben dem monatlichen Gehalt ein zusätzliches Urlaubs- und Weihnachtsgeld. Gleiches gilt für einen Urlaubsanspruch von mindestens 30 Tagen.

 Die größten Unterschiede zwischen den Generationen
Die größten Unterschiede zwischen den Generationen zeigen sich bei der Bewertung von Arbeitszeitmodellen. Eine Vier-Tage-Woche bei vollem Lohnausgleich befürworten vor allem jüngere Menschen. Die Zustimmung bei der Gen Z und der Gen Y liegt bei 85 respektive 83 Prozent. Werden ältere Generationen befragt, sinkt die Zustimmung. Beispielsweise ist die 4-Tage-Woche für jeden siebten von zehn Boomern wichtig. Geht die 4-Tage-Woche jedoch mit einer Lohnkürzung einher, spricht sich die Hälfte aller Befragten gegen das Modell aus.

 Zustimmung zum Homeoffice sinkt mit dem Alter
Weitere Diskrepanzen ergeben sich mit Blick auf flexible Arbeitszeiten und Homeoffice. Je älter die Befragten sind, desto geringer fällt die Zustimmung aus. Die Zustimmung verringert sich mit Blick auf flexible Arbeitszeiten von der Gen Z (86 Prozent) bis zu den Boomern (73 Prozent) um 13 Prozent. Insbesondere beim Thema Homeoffice ist der Unterschied gravierend: Während für Dreiviertel der Befragten der Gen Z und Gen Y Homeoffice wichtig ist, ist es bei den Boomern nur jeder zweite.
 
Wie Unternehmen attraktiv für Mitarbeitende werden
„Bei der konkreten Ausgestaltung der Arbeit zeigen sich unterschiedliche Ansprüche der Generationen an Arbeitgeber. Die Unternehmen müssen sich darauf individuell einstellen, um ihren Mitarbeitenden gerecht zu werden. Nur so lässt sich die Arbeitgeberattraktivität generationenübergreifend gewährleisten, was angesichts des Fachkräftemangels überlebenswichtig sein kann“, schlussfolgert Studienleiter Prof. Dr. Oliver Gansser.
 
Die FOM Sommerstudie 2023
Unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser vom ifes Institut für Empirie & Statistik der FOM Hochschule befragten im Frühjahr 2023 Studierende der FOM bundesweit mehr als 8.200 Menschen in persönlichen Interviews (telefonisch und face-to-face). Die komplette Umfrage zum Download finden Sie unter: www.fom.de/sommerstudie2023.

14.08.2023: Aus dem Labor auf den Markt: Damit Knochen heilen können

Wenn Knochen nicht heilen – beispielsweise nach einem Unfall oder einer Tumorbehandlung –, bleiben Knochendefekte zurück, die sowohl die Patientinnen und Patienten als auch Gesellschaft und Wirtschaft belasten. „Weltweit erfordern mehr als vier Millionen Operationen pro Jahr Knochentransplantate oder -ersatzmaterialien. Gleichzeitig sind derzeitige Behandlungsmöglichkeiten limitiert. Folglich besteht ein erheblicher klinischer und wirtschaftlicher Bedarf an neuartigen Behandlungen für Knochendefekte kritischer Größe“, sagt Prof. Dr. Cornelia Lee-Thedieck. Die Professorin am Institut für Zellbiologie und Biophysik der Leibniz Universität Hannover (LUH) hat mit ihrem Team ein 3D-druckbares Material für die Knochenreparatur entwickelt. Jetzt erhält sie eine ERC Proof of Concept-Förderung, um das Material PRIOBONE aus dem Labor auf den Markt zu bringen. PRIOBONE steht dabei als Abkürzung für „A 3D-printable biomimetic bone regeneration material”.
„Unser Material hat eine dem natürlichen Knochen nachempfundene Zusammensetzung. Es ist gut verträglich für Zellen, fördert das Knochenwachstum, besitzt ausgezeichnete mechanische Eigenschaften und kann im 3D-Druck verwendet werden. Damit hat es das Potential, herkömmliche Behandlungen und andere Lösungen auf dem Markt zu übertreffen“, so Lee-Thedieck. Dadurch könnten Implantate hergestellt werden, die für die Patientenbedürfnisse optimiert sind. Dazu gehört beispielsweise die Möglichkeit, das Material faltbar zu drucken, sodass es minimalinvasiv in Defektstellen eingebracht werden kann, wo es sich dann wieder entfaltet. „Die Nutzung etablierter Bestandteile und unser Ansatz, der ausschließlich Materialien verwendet, ermöglichen voraussichtlich einen schnelleren Weg zur klinischen Anwendung und behördlichen Zulassung im Vergleich zu Entwicklungen, die biologische Bestandteile wie Zellen oder bisher unbekannte Komponenten enthalten“, schätzt Lee-Thedieck ein.
In dem jetzt geförderten Vorhaben wird sie gemeinsam mit ihrem Team das Material für die Knochenregeneration validieren, eine Marktanalyse durchführen, Zielgruppen und Transferwege untersuchen und eine Strategie für die Kommerzialisierung ausarbeiten. „Wir gehen davon aus, dass PRIOBONE nach erfolgreicher Validierung eine kosteneffiziente, individualisierbare Alternative zu derzeitigen Behandlungen bieten wird, die das Potential hat, die wirtschaftliche, individuelle und gesellschaftliche Belastung durch Knochendefekte kritischer Größe deutlich zu senken“, so Lee-Thedieck.
Proof of Concept (PoC) ist eine Förderlinie des European Research Council (ERC – zu Deutsch Europäischer Forschungsrat), die zusätzlich zu den Hauptförderlinien für innovative Spitzenforschung (Starting, Consolidator, Advanced und Synergy Grant) vergeben werden kann. Sie richtet sich somit ausschließlich an Forschende, die bereits einen ERC-Grant – eine der renommiertesten Forschungsförderungen in Europa – innehaben. Mithilfe eines PoC soll das kommerzielle oder gesellschaftliche Potenzial eines abgeschlossenen ERC-Projekts erkundet werden. Die Förderung beträgt 150.000 Euro. 
Aktuell forschen 17 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an der LUH mit einem laufenden ERC-Grant; davon neun mit einem ERC Starting Grant (darunter Prof. Dr. Cornelia Lee-Thedieck), sechs mit einem ERC Consolidator Grant und zwei mit einem ERC Advanced Grant.

14.08.2023: Vortragsreihe: Drei Wissensorte – sechs Perspektiven

Die Leibniz Universität Hannover (LUH) bringt in einer dreiteiligen Vortragsreihe Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen mit prominenten Gesichtern der Stadtgesellschaft. Die Veranstaltungen finden in den Herrenhäuser Gärten, in der Marktkirche und im Erlebnis-Zoo statt. Für den kostenfreien Eintritt sind Anmeldungen erforderlich: https://www.uni-hannover.de/universum
Das Referat für Kommunikation und Marketing der LUH organisiert diese Reihe im Kontext des Wissenschaftsjahres 2023 „Unser Universum“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Ergänzt werden die Vorträge durch eine Ausstellung im neu konzipierten Leibniz Science Cube im Sockelgeschoss des Welfenschlosses der LUH (Welfengarten 1). Diese kann jederzeit kostenfrei von der Öffentlichkeit besucht werden und gibt Einblicke vom Gravitationswellendetektor LISA über die Höhen­forschungs­raketen­mission MAIUS bis zum Einstein-Elevator für Experimente unter Schwerelosigkeit.
Die Veranstaltungen der Vortragsreihe „Leibniz UNIversum: Drei Wissensorte – sechs Perspektiven“ im Überblick:
Dienstag, 29. August 2023, 18 Uhr, Herrenhäuser Gärten (Herrenhäuser Straße 4)
Un(i)fassbar: Leibniz und die Wasserkunst – Der Barockgarten als Spiegel des Universums
Was kann uns ein Garten über unsere Existenz erzählen? Wie können wir Natur zähmen und gestalten, ohne sie zu zerstören? Und wie gehören Natur und Technik zusammen? Die Herrenhäuser Gärten galten schon zu Lebzeiten von Gottfried Wilhelm Leibniz als Spiegel göttlicher Ordnung. Die 2021 umfangreich restaurierte Wasserkunst ist ein Denkmal der Kultur- und Technikgeschichte: Einst trieb sie im Barockgarten in Herrenhausen die Große Fontäne – die höchste ihrer Zeit - und die zahlreichen Wasserspiele an und war Ausdruck der Machtentfaltung der Welfen. Der Universal­gelehrte G. W. Leibniz sah im visuellen und akustischen Gestaltungselement ‚Wasser‘ aber auch die Harmonie eines von Naturgesetzen und mathematischen Prinzipien durchwalteten Universums abgebildet. Ein Abend im historischen Gartentheater mit Prof. Dr. Anke Seegert (Direktorin der Herrenhäuser Gärten) und Dr. Ariane Walsdorf (Leibnizforscherin, LUH). Eine Anmeldung ist erforderlich – für den Zutritt zu den Herrenhäuser Gärten werden kostenlose Eintrittskarten benötigt.

Dienstag, 5. September 2023, 18 Uhr, Marktkirche Hannover (Hanns-Lilje-Platz)
Un(i)glaublich: Glauben und Wissen – kein Gegensatz
Wie nah sind sich Glauben und Wissen? Wie sehr schon die Art des Fragens die Antworten und den Zugang zur Welt beeinflusst, darüber verständigen sich der Professor für Experimentelle Quantenoptik der LUH, Prof. Dr. Christian Ospelkaus, und der Theologe und Maschinenbau­ingenieur Ralph Charbonnier, Theologischer Vizepräsident im Landeskirchenamt Hannover. Die beiden sind den großen Fragen auf der Spur: Woher kommen wir? Was sind die großen Kräfte, die unsere Welt gestalten - Materie oder Antimaterie? Und wo ist der Bauplan für das Ganze? Um Anmeldung wird gebeten.

Dienstag, 19. September 2023, 18 Uhr, Erlebnis-Zoo Hannover (Adenauerallee 1)
Un(i)möglich: Lebensraum gestalten für Mensch und Tier
Menschen gestalten Lebensräume für sich und für andere Lebewesen: ob sie Land als Bauland oder als Naturschutzgebiet ausweisen, oder ob sie ein Habitat für Berberlöwen im Zoo anlegen. Wieviel Gutes oder weniger Gutes sie damit anrichten, zeigt sich oftmals erst später. Ins Gespräch kommen Andreas Michael Casdorff (Geschäftsführer Zoo Hannover gGmbH) und Prof. Dr. Benjamin Burkhard (Professor für Physische Geographie, LUH). Eine Anmeldung ist erforderlich – für den Zutritt zum Zoo werden kostenlose Eintrittskarten benötigt.

Weitere Informationen zu den Angeboten der LUH im Wissenschaftsjahr „Unser Universum“ und die Möglichkeit zur Anmeldung für die Vortragsreihe: https://www.uni-hannover.de/universum 

14.08.2023: SommerUni in der Leibniz-Stadt 2023

Die diesjährige SommerUni in der Leibniz-Stadt startet am 23. August. Bis zum 12. September gibt es dann unter dem Motto „Leibniz, die Zivilgesellschaft und das Grün der Stadt“ ein vielfältiges Programm für alle Interessierten. Die SommerUni, die in Kooperation von Leibniz Universität Hannover (LUH) und Landeshauptstadt Hannover organisiert wird, spannt den Bogen von der Gartenkunst in den Herrenhäuser Gärten bis hin zur Begrünung von Dächern und Fassaden in unserer Zeit. Angeboten werden Vorträge, Seminare und Workshops aus den Bereichen Gartenkunst und Landschaftsökologie, Solarenergie, Landschaftsarchitektur und Landwirtschaft sowie Wissenschaftsgeschichte, Literatur und Musikwissenschaft. Auch Gottfried Wilhelm Leibniz steht bei vielen Veranstaltungen im Fokus.  
Die SommerUni in der Leibniz-Stadt beginnt am Mittwoch, 23. August 2023, um 15 Uhr mit einer Eröffnungsveranstaltung im Lichthof der LUH, Welfengarten 1, 30167 Hannover. Der Präsident der LUH, Prof. Dr. Volker Epping, und Bürgermeisterin Monica Plate sprechen Grußworte. Den Eröffnungsvortrag „Lebensraum Stadt im Globalen Wandel – Herausforderungen durch Klimawandel und Urbanisierung für Gesundheit von Mensch und Natur“ hält Prof. Dr. Nadja Kabisch, Professorin für Digitale Landschaftsökologie an der LUH. Derzeit arbeitet sie unter anderem an einem Smart City Modellprojekt in Kooperation mit der Landeshauptstadt Hannover zur digitalen, nachhaltigen und integrierten Stadtentwicklung mit Ausrichtung am Gemeinwohl.
Das Programm der SommerUni in der Leibniz-Stadt ist unter https://www.sommer.uni-hannover.de zu finden. Zu den kostenpflichtigen Veranstaltungen ist eine Anmeldung notwendig. Die Eröffnung am 23. August ist kostenfrei zugänglich, um Anmeldung wird jedoch gebeten: per E-Mail an info@ghs.uni-hannover.de oder telefonisch unter 0511 762 5687.

31.07.2023: Rotorblätter und Kunststoffabfall aus der Industrie: Forschungsprojekt zum mechanischen Recycling startet

Gut für die Umwelt, aber schwer zu entsorgen: Windenergieanlagen halten im Schnitt 20 Jahre, dann müssen sie ersetzt werden. Das Recycling alter Anlagen gestaltet sich jedoch schwierig. Insbesondere die Rotorblätter stellen aufgrund ihrer Materialzusammensetzung aus faserverstärkten Kunststoffen ein Problem da. Auch andere kunststoffbasierte Abfälle, wie etwa Kofferraumabdeckungen aus Autos sowie kleinere Teile, beispielsweise aus Gesundheits- und Pharmaanwendungen sowie elektrischen und elektronischen Anwendungen, können zurzeit nicht oder nur schlecht wiederverwertet werden. 
An diesem Punkt setzt ein neues Forschungsvorhaben am IKK - Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik der Leibniz Universität Hannover (LUH) in Zusammenarbeit mit KraussMaffei Extrusion (Laatzen) an, das zum 1. Juli 2023 gestartet ist. Unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Hans-Josef Endres wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein neues Verfahren entwickeln, um industrielle Abfälle aus technischen Kunststoffbauteilen, das bedeutet aus faserverstärkten Kunststoffen und kunststoffbasierten Materialverbünden wieder nutzbar zu machen. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur finanziert das Projekt ReKon mit rund 550.000 Euro; die Förderdauer beträgt zwei Jahre. 
Die Idee hinter dem Projekt ist, dass recycelte Kunststoffe in der Industrie möglichst dort wieder angewendet werden sollen, wo sie herkommen (Closed-loop Recycling). Aus einer Kofferraumabdeckung könnte so später wieder eine Kofferraumabdeckung oder zumindest ein anderes Automobilbauteil werden. „Die Qualität eines Produkts steigt mit einer möglichst hohen Sortenreinheit und geringem Verschmutzungsgrad des Inputs. Die Vorbehandlungsschritte Sortierung, Trennung, Waschen und Reinigung spielen daher eine entscheidende Rolle“, sagt Professor Endres. Die Vorteile, wenn der Produzent des ursprünglichen Teils sich auch um das Recycling kümmert, liegen auf der Hand: Die genaue Zusammensetzung des Kunststoffes und der Bauteile sind bekannt, die Sortierung ist dadurch erheblich einfacher. Zudem sind die Wege kurz, lange Transporte mit hoher CO2-Bilanz werden vermieden. Am Ende werden die zukünftigen Bauteilgenerationen dadurch auch recyclinggerechter designt. Damit sinkt der Verbrauch an wertvollen Rohstoffen.
Beim Recycling von Kunststoffen gibt es zurzeit mehrere Möglichkeiten: Immer häufiger kommen chemische, neuerdings auch lösungsmittelbasierte Verfahren zum Einsatz. Am IKK setzt das Team um Professor Endres auf die etablierten, jedoch bei weitem nicht ausentwickelten mechanischen Recycling-Methoden. Im Vergleich zeichnen sich diese mechanischen Recyclingverfahren durch einen deutlich geringeren Energie- und Ressourcenbedarf aus. Das Prinzip ist einfach und auch bei anderen Ausgangsstoffen wie etwa Textilien anwendbar: Der Kunststoffabfall wird zunächst zerkleinert. In einem Extruder wird anschließend das so gewonnene Material mittels hohem Druck und hoher Temperaturen aufgeschmolzen, gereinigt und schließlich zu einer Art Granulat verarbeitet. Dieses Rezyklat – feine Körnchen aus Kunststoff – bildet dann die Basis für neue Bauteile, die an anderer Stelle wiedereingesetzt werden können.
Das neue Forschungsprojekt legt den Schwerpunkt auf Bauteile, bei denen unterschiedliche Kunststoffe und auch andere Materialien so verbunden sind, dass sie mit den aktuell industriell verfügbaren Recyclingtechnologien nicht mehr getrennt werden können. Es geht dabei hauptsächlich um Faserverbundkunststoffe aus Rotorblättern, Materialverbünde aus der Pharmaindustrie, Elektroschrott sowie die sogenannte Schredderleichtfraktion aus der Automobilindustrie, die trotz des hohen Kunststoffanteils derzeit als nicht recycelbar gilt und meist in die Verbrennung geht.
Die Mengen an Kunststoffabfällen in der Industrie werden künftig noch weiter zunehmen. So enthält mittlerweile ein Neuwagen mehr als 300 Kilogramm Kunststoff, und die EU hat mit der ganz aktuell vorgelegten Altfahrzeugverordnung ehrgeizige Recyclingquoten für die zukünftigen Fahrzeuggenerationen formuliert. Auch bei den Windenergieanlagen steigt die Zahl der Anlagen, die in den nächsten Jahren wiederaufbereitet werden müssen. Eine Studie des Bundesumweltamtes von 2022 rechnet mit bis zu 430.000 Tonnen an Glasfaserverstärktem Kunststoffen allein aus den Rotorblättern, die bis 2040 anfallen werden. 

19.07.2023: Trotz quantenphysikalischer Zweifel: Einsteins Relativitätstheorie erneut bestätigt

Eine der grundlegendsten Annahmen in der fundamentalen Physik besagt, dass die verschiedenen Eigenschaften von Masse – Schwere, Trägheit und Anziehungskraft – im Verhältnis zueinander immer gleich bleiben. Wäre diese Äquivalenz nicht gegeben, würde das der Einstein’schen Relativitätstheorie widersprechen und unsere aktuellen Physikbücher müssten umgeschrieben werden. Obwohl alle bisherigen Messungen das Äquivalenzprinzip bestätigen, müsste es aus quantentheoretischer Sicht eigentlich eine Verletzung geben. Diese Unvereinbarkeit zwischen der Einstein’schen Gravitationsphysik und der modernen Quantentheorie ist der Grund, warum immer genauere Tests des Äquivalenzprinzips einen so hohen Stellenwert haben. Einem Team des Zentrums für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation (ZARM) der Universität Bremen ist es nun zusammen mit dem Institut für Erdmessung (IfE) der Leibniz Universität Hannover gelungen, mit 100-facher verbesserter Genauigkeit nachzuweisen, dass schwere und anziehende Masse immer gleich – also äquivalent – sind, unabhängig von der speziellen Zusammensetzung der jeweiligen Massen. Diese Forschungsergebnisse entstanden im Rahmen des Exzellenzclusters „QuantumFrontiers“ und wurden heute in der Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ als Highlight-Artikel veröffentlicht.
Die träge Masse widersetzt sich der Beschleunigung und sorgt z.B. dafür, dass man beim Anfahren eines Autos nach hinten in den Sitz gedrückt wird. Die schwere Masse reagiert auf die Gravitation und sorgt auf der Erde für unser Gewicht. Die anziehende Masse bezieht sich auf die Anziehungskraft, die ein Körper ausübt, genauer gesagt die Größe seines Gravitationsfeldes. Für die Allgemeine Relativitätstheorie ist die Äquivalenz dieser Eigenschaften von grundlegender Bedeutung. Daher wird sowohl die Gleichheit von träger und schwerer Masse als auch die Gleichheit von schwerer und anziehender Masse mit immer höherer Genauigkeit getestet.
Würde man hypothetisch davon ausgehen, dass schwere und anziehende Masse nicht gleich wären – ihr Verhältnis also vom Material abhängt – würden sich Objekte, die aus verschiedenen Materialien mit unterschiedlichen Massenmittelpunkten bestehen, selbst beschleunigen. Da der Mond aus einer Aluminiumhülle und einem Eisenkern besteht, deren Massenmittelpunkte gegeneinander versetzt sind, müsste sich dann eine Beschleunigung des Mondes ergeben. Diese hypothetische Geschwindigkeitsänderung könnte man dank des „Lunar Laser Ranging“ mit hoher Genauigkeit ausmessen. Dabei werden Laser von der Erde auf die Spiegel ausgerichtet, die von den Apollo-Missionen und dem sowjetischen Luna-Programm auf dem Mond platziert wurden. Seitdem werden die Laufzeiten der Laserstrahlen aufgezeichnet. Das Forschungsteam konnte nun die Daten des „Lunar Laser Ranging“ von über 50 Jahren, d.h. von 1970 bis 2022, analysieren und auf solche „Massenungleichheits“-Effekte untersuchen. Da kein Effekt zu finden war, bedeutet dies, dass die schwere und anziehende Masse bis auf ca. 14 Nachkommastellen gleich ist. Das ist eine um zwei Größenordnungen bessere Abschätzung gegenüber der bisher besten Untersuchung von 1986.
Das Institut für Erdmessung der LUH verfügt – als eines von weltweit nur vier Zentren zur Analyse von Laserentfernungsmessungen zum Mond – über einzigartige Expertise in der Auswertung der Daten, insbesondere zum Test der Allgemeinen Relativitätstheorie. Es hat auch in der aktuellen Arbeit die Analysen der Lunar Laser Ranging-Messungen durchgeführt, mit zugehöriger Fehlerberechnung und Interpretation der Ergebnisse.
Die aktuelle Forschungsarbeit wurde von Vishwa Vijay Singh, Jürgen Müller und Liliane Biskupek vom Institut für Erdmessung der Leibniz Universität Hannover sowie Eva Hackmann und Claus Lämmerzahl vom Zentrum für angewandte Raumfahrttechnologie und Mikrogravitation in der Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht und als „Editors’ suggestion“ besonders hervorgehoben.

19.07.2023: Sportlicher Erfolg dank KI?

Welche Positionen nehmen die Spielerinnen und Spieler bei eigenem Ballbesitz ein, und welche weiteren Spielphasen resultieren daraus in der Regel? Wann und wo wird der Gegner unter Druck gesetzt? Welches Spielsystem inklusive Laufwege hat das Team einstudiert? Welche Spielzüge führen zum Torerfolg? Um diese Fragen zu beantworten, werden Daten analysiert. Im professionellen Fußball und Handball müssen im Scouting und in der Spielanalyse in immer kürzerer Zeit immer mehr Daten verarbeitet und interpretiert werden. Methoden der künstlichen Intelligenz sind daher aus dem Sport nicht mehr wegzudenken und gewinnen zunehmend an Bedeutung. Auf der Basis von Video-, Event- und Positionsdaten haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedene Tools entwickelt und validiert, mit denen sich Sportspieldaten komplett automatisiert, extrem schnell und zuverlässig extrahieren und bewerten lassen.
So ermöglichen zum Beispiel technologische Fortschritte in der Sensortechnik und (semi-)automatisierten Datensammlung umfangreiche Analysen in den Sportarten Fußball, Basketball und Handball. Dabei werden zur Belastungssteuerung moderne Trackingsysteme sowohl im Wettbewerb als auch im Training eingesetzt. Das Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik der Deutschen Sporthochschule Köln (DSHS) und das Forschungszentrum L3S der Leibniz Universität Hannover (LUH) haben nun erfolgreich das durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt „MM4SPA – Multimodale Analyse für Sports Analytics: Intelligente Synchronisierung und semantische Anreicherung von Positions- und Videodaten zur Analyse von Sportspieldaten“ abgeschlossen. 
Ziel des Projekts war die Entwicklung von maschinellen Lernverfahren zur multimodalen semantischen Analyse von Sportspielen aus unterschiedlichen Domänen, um so Expertinnen und Experten qualitativ hochwertige Analysen zu ermöglichen. Das Projekt wurde im Rahmen der Förderlinie „Anwendung von Methoden der Künstlichen Intelligenz in der Praxis“ positiv begutachtet und über den Projektzeitraum von 2020 bis 2023 mit mehr als 800.000 Euro finanziert. Mit dieser Förderlinie unterstützt das BMBF Vorhaben, die den Transfer von innovativen Forschungsergebnissen aus dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz in die Praxis zum Ziel haben. 
„Wir konnten insbesondere die exakte Synchronisation von Event-, Video- und Positionsdaten weiterentwickeln, welche essentiell für die Entwicklung und Anwendbarkeit multimodaler Ansätze ist. Neben granulareren sportartübergreifenden Definitionen und Lösungen zur Eventerkennung haben wir ein Open Science Framework zur Verarbeitung von Sportdaten implementiert“, so Prof. Dr. Daniel Memmert, geschäftsführender Leiter des Instituts für Trainingswissenschaft und Sportinformatik der Deutschen Sporthochschule Köln. Er und sein Team beschäftigen sich seit Jahren mit der Analyse (z.B. mit SOCCER©) sowie Simulation von komplexen Positionsdaten (sog. Big Data) und haben hierzu theoretische Rahmenmodelle entwickelt und validiert (vgl. DFG-Projekt „e-Science“). 
Weiterer Projektpartner ist das Münchner Technologieunternehmen KINEXON, Experte im Bereich der Echtzeiterhebung und -verarbeitung von Sportleistungsdaten, mit dem die Sporthochschule seit fünf Jahren zusammenarbeitet. Im Zuge dieser Kooperation ist das Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik eine der wenigen Forschungsstätten weltweit, an der Positionsdaten in den Spielsportarten Indoor und Outdoor erfasst werden können. Im Rahmen des aktuellen Projekts ist es gelungen, Methoden des maschinellen Lernens in die bestehende Analyseplattform von KINEXON zu integrieren. „Die entwickelten Verfahren wurden prototypisch in unsere Software integriert, um die Analysen dem Sport und unseren Partnern verfügbar machen zu können“, so der Geschäftsführer von KINEXON Sports & Media, Dr. Maximilian Schmidt.
Die für das Projekt nötige Expertise im Umgang mit Videodaten und maschinellen Lernverfahren trug das Forschungszentrum L3S der Leibniz Universität Hannover bei. Hier befasst sich der Informatiker Professor Dr. Ralph Ewerth gemeinsam mit seiner Forschungsgruppe „Visual Analytics“ seit vielen Jahren mit der Analyse von Videos und Daten, die in mehreren Modalitäten vorliegen (zum Beispiel Sprache und Bild) oder mit unterschiedlichen Sensoren erfasst wurden. Die Arbeitsgruppe erforscht und entwickelt unter anderem Methoden der automatischen Videoanalyse und des künstlichen Sehens mithilfe von maschinellen Lernverfahren. „Durch eine präzise Spielfeldregistrierung als Grundlage für die semantische Verknüpfung von Video- und Positionsdaten konnten wir Methoden zur Erkennung von Spielphasen, wie zum Beispiel Pressing, für die weitergehende Spielanalyse vorantreiben“, skizziert Prof. Ewerth den Einsatzbereich des hannoverschen Teams.

14.07.2023: Künstliche Intelligenz – nachhaltig und ressourcenschonend?

Künstliche Intelligenz (KI) kommt inzwischen in vielen Branchen zur Anwendung und kann auch sehr sinnvoll für Nachhaltigkeitsvorhaben eingesetzt werden – etwa zur Klassifikation von Müll, für nachhaltige architektonische Entwicklungen in der digitalisierten Stadt oder zielgenaues Fällen von Bäumen. Doch läuft KI, wenn sie mit großem Rechenaufwand betrieben wird, dem Ziel der Nachhaltigkeit nicht selbst zuwider? Vor allem die Analyse von großen Datenmengen hat meist einen hohen Energieverbrauch und erzeugt einen großen ökologischen Fußabdruck.    
Ein Forschungsteam der Leibniz Universität Hannover (LUH) hat sich zum Ziel gesetzt, ressourcensparende KI-Anwendungen zu entwickeln. Das Gesamtprojekt, an dem verschiedene Institute der LUH und die VISCODA GmbH beteiligt sind, wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz mit rund 1,5 Millionen Euro gefördert (LUH-Anteil: 1,2 Millionen Euro). Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler betrachten dafür exemplarisch Fahrassistenzsysteme, die in Fahrzeuge eingebaut werden, um die Sicherheit, den Komfort oder auch die Wirtschaftlichkeit des Fahrens zu verbessern. Ziel ist eine deutliche Einsparung von Energie durch effizientere Algorithmen, Kommunikation und Hardware. Wenn dieses erfolgreich ist, ließe sich das im Projekt entwickelte ganzheitliche Konzept auf viele andere Bereiche übertragen, in denen KI beziehungsweise Deep Learning als Methode des maschinellen Lernens zum Einsatz kommt. Das im Frühjahr gestartete Forschungsvorhaben GreenAutoML4FAS, an dem mehrere Institute der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik in Kooperation mit der VISCODA GmbH beteiligt sind, läuft zunächst bis Februar 2026.   
Das so genannte „Grüne Fahrassistenz-System“ wird eine Reihe von Entwicklungen beinhalten, die maßgeblich zur Energieeinsparung beitragen. So sollen etwa Algorithmen optimiert werden, indem zum Beispiel anstelle von komplexen Berechnungen einfachere Operationen verwendet werden. Die Herausforderung besteht darin, trotz starker Vereinfachung genügend Informationen beizubehalten. Eine ähnliche Herausforderung existiert in der Datenkomprimierung: Welche Informationen sind zum Beispiel wichtig, damit weiterhin eine Person erkannt werden kann? Die Kommunikation zwischen Komponenten ist deutlich schneller und effizienter, wenn nicht alle Informationen, sondern nur die entscheidenden, verschickt werden. Die Effizienz von Software hängt grundsätzlich aber auch von der genutzten Hardware ab. Alle diese Aspekte können einzeln oder in Kombination verbessert werden. Das Team des Verbundprojekts hat sich zum Ziel gesetzt, durch die Summe der Maßnahmen die Energieeinsparung deutlich zu erhöhen.

10.07.2023: Leibniz und das Universum: Zwei neue Ausstellungen im Welfenschloss

Das Geburtstagsgeschenk hätte Gottfried Wilhelm Leibniz sicherlich gefallen: Die Leibniz Universität Hannover (LUH) ehrt ihren Namenspatron anlässlich seines 377. Geburtstages mit zwei Ausstellungen. Nach der offiziellen Eröffnung am Mittwoch, 5. Juli 2023, sind sie nun im Sockelgeschoss des Welfenschlosses (Welfengarten 1) auch für die Öffentlichkeit zugänglich. 
EXPLORE! Leibniz ist das neue explorative Schaufenster der LUH und eine Hommage an das Leben und Wirken des großen Universalgelehrten und Namenspatrons: Gottfried Wilhelm Leibniz. Unter dem Motto EXPLORE! Leibniz werden Geschichte und Zukunft der universitären Forschung und Lehre der Leibniz Universität exemplarisch und anfassbar vermittelt und mit den Forschungen und Wissensgebieten von Gottfried Wilhelm Leibniz in Bezug gesetzt.
Zu den Führungen mit Leibniz-Expertin Dr. Ariane Walsdorf vom Referat für Kommunikation und Marketing der LUH sind alle Interessierten willkommen. Auch Rundgänge für Kinder (ab 5. Klasse) sowie in englischer Sprache sind auf Nachfrage möglich. Anmeldungen nimmt das Referat für Kommunikation und Marketing telefonisch (0511 762-5342) oder per E-Mail (kommunikation@uni-hannover.de) entgegen.
Im Leibniz Science Cube des Referats für Kommunikation und Marketing werden jeweils passend zum Thema des Wissenschaftsjahres Forschungsprojekte der Leibniz Universität kommuniziert. In diesem Jahr findet sich hier unter dem Titel „Leibniz UNIversum“ Spannendes aus Astrophysik, satellitengestützter Erdvermessung und Quantenoptik, rund um das Thema Universum. Außerdem erfahren die Besucherinnen und Besucher, welche Gedanken sich bereits Gottfried Wilhelm Leibniz über kristallische Kugeln am Himmel und über unzählige Erden im Weltall machte. Der Leibniz Science Cube ist so konzipiert, dass die Ausstellung „Leibniz UNIversum“ jederzeit individuell betrachtet werden kann.

10.07.2023: Mit Künstlicher Intelligenz zur alternativen Fleischproduktion

Eine Fleischproduktion mit geringem ökologischen Fußabdruck: An diesem Ziel arbeitet das Mittelstand-Digital Zentrum Hannover der Leibniz Universität Hannover (LUH) in einem Projekt mit dem Start-up Lower Impact GmbH. Gemeinsam haben sie einen Demonstrator für eine automatische Mehlwurm-Sortieranlage entwickelt.
Bietet die Insekten-Zucht eine ressourcenschonende Lösung für den steigenden Fleischkonsum weltweit? Laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen wuchs die Fleischproduktion von 2000 bis 2020 global um 45 Prozent. Die konventionelle Tierzucht setzt große Mengen an Treibhausgasen frei und benötigt sehr viele Ressourcen – insbesondere Anbauflächen für Futtermittel sowie Wasser, Dünger und Pestizide.
Deutlich ressourcenschonender ist die Aufzucht von Insekten wie beispielsweise Mehlwürmern, den Larven des Mehlkäfers: Sie benötigen weniger Platz, weniger Wasser und weniger Futter. Mehlwürmer können sogar mit organischen Abfällen gefüttert werden, die ansonsten entsorgt werden müssten – so lässt sich biologischer Abfall wieder in die Wertschöpfungskette zurückführen.
Wegen ihres hohen Gehalts an Proteinen, gesunden ungesättigten Fettsäuren sowie Nährstoffen wie Zink und Eisen können Mehlwürmer als hochwertiges Nahrungsmittel dienen. Es liegt also nahe, einen Teil der konventionellen Fleischproduktion durch Insekten zu ersetzen – sobald sich diese in großer Zahl effizient und wirtschaftlich züchten lassen. Bisher gibt es dafür keine geeigneten Produktionsanlagen. Ändern will dies ein Start-up aus Hannover: Die Lower Impact GmbH will die Produktion von Mehlwürmern automatisieren und die Mehlkäfer-Larven als nachhaltige Proteinquelle etablieren.
Das Mittelstand-Digital Zentrum Hannover unterstützt dabei: Die Digitalisierungs-Expertinnen und -Experten haben gemeinsam mit Lower Impact eine automatische Mehlwurm-Sortieranlage entwickelt und einen Demonstrator gebaut.
Die Sortieranlage besteht aus einem Förderband, einer Kamera, KI-basierter Bildauswertungssoftware und 16 Druckluftventilen. Die Mehlwürmer werden auf dem Förderband durch die Anlage transportiert und von der Kamera erfasst. Eine KI-basierte Bildauswertung klassifiziert sie in Echtzeit nach ihrer Größe und bestimmt die Positionen der größten Mehlwürmer auf dem Förderband. Diese Daten werden an die Ventilsteuerung weitergegeben, die zum richtigen Zeitpunkt eines der 16 Ventile öffnet und per Druckluft einen Mehlwurm vom Band pustet.
Mit der automatischen Sortieranlage werden sogenannte Überperformer – besonders große Käferlarven, die für die weitere Zucht eingesetzt werden – schnell und effizient ausgewählt. „Diese optische Sortierung ist die einzig wirtschaftliche Lösung“, sagt Zentrumsmitarbeiterin Anne Rathje, die gemeinsam mit Lower Impact den Demonstrator für die Sortieranlage entwickelt hat. 
Das Sortieren der Mehlwürmer ist zwar nur einer von vielen Arbeitsschritten bei der Aufzucht – „aber der Schritt, der am schwierigsten zu automatisieren ist“, so Rathje. Bisher seien für die Sortierung Siebe mit unterschiedlichen Maschenweiten eingesetzt worden. Dabei blieben häufig Mehlwürmer im Sieb stecken und mussten per Hand entfernt werden – das ist zu aufwändig und teuer, wenn Mehlwürmer in großem Maßstab für die Lebensmittelindustrie produziert werden sollen. Durch die optische Sortierung und das Aussortieren per Druckluft sind keine manuellen Arbeitsschritte mehr notwendig. 
Die Größenermittlung per KI-Bildauswertung bietet noch einen weiteren Vorteil: An der Größe der Mehlwürmer lassen sich Rückschlüsse auf ihren Gesundheitszustand und damit auf die Haltung ziehen. Wenn zusätzlich noch weitere Parameter erfasst werden – etwa die Temperatur, die Luftfeuchtigkeit, die Art und Menge des Futters –, können diese mit der Mehlwurmgröße abgeglichen werden. So lässt sich herausfinden, welche Haltungsbedingungen optimal sind.
Werden die Umgebungsbedingungen behutsam verändert, lässt sich überprüfen, wie die Würmer am besten gedeihen und ob beispielsweise eine etwas wärmere Umgebung, eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit oder ein anderes Futter zu größeren Würmern führt. Die Haltungsbedingungen lassen sich auf diese Weise kontinuierlich überwachen und optimieren.
Das Mittelstand-Digital Zentrum Hannover, an dem die LUH maßgeblich beteiligt ist, ist Teil des Netzwerks Mittelstand-Digital. Das Netzwerk bietet mit den Mittelstand-Digital Zentren, der Initiative IT-Sicherheit in der Wirtschaft und Digital Jetzt umfassende Unterstützung bei der Digitalisierung.
Kleine und mittlere Unternehmen profitieren von konkreten Praxisbeispielen und passgenauen, anbieterneutralen Angeboten zur Qualifikation und IT-Sicherheit. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz ermöglicht die kostenfreie Nutzung und stellt finanzielle Zuschüsse bereit.
Weitere Informationen gibt es unter www.mittelstand-digital.de.

10.07.2023: Forum Wissenschaftsreflexion: Grundstein ist gelegt

Im Frühjahr 2023 haben die Rohbauarbeiten für den Forschungsbau Forum Wissenschaftsreflexion der Leibniz Universität Hannover (LUH) begonnen. Jetzt ist offiziell der Grundstein für das neue Gebäude in der hannoverschen Nordstadt gelegt. Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs, Universitätspräsident Prof. Dr. Volker Epping, die zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer des Forschungsbaus, die verantwortlichen Architekten, Mitarbeitende des Gebäudemanagements der LUH und Gäste haben heute feierlich den Grundstein inklusive Zeitkapsel auf dem Baugrundstück platziert.
Das neue Gebäude wird direkt an das bestehende LUH-Gebäude Im Moore 21 angebaut. Der Innenausbau soll im Frühjahr 2024 anfangen, die Fertigstellung des Forschungsbaus ist für September 2025 geplant. Die Kosten werden rund 19,3 Millionen Euro betragen, von denen das Land knapp zwölf Millionen Euro trägt, davon rund 9,6 Millionen Euro aus dem Programm „zukunft.niedersachsen“; der Bund übernimmt rund 7,3 Millionen Euro. Ursprünglich wurde der Bau mit 14,7 Millionen Euro kalkuliert, die je zur Hälfte vom Bund und vom Land getragen werden sollten. Da sich die Kosten durch die enormen Baupreissteigerungen der letzten Jahre deutlich erhöht haben, hat sich das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur bereiterklärt, die entstehenden Mehrkosten zu übernehmen.
„Mit der Initiierung der ,Wissenschaftsreflexion‘ ist es gelungen, eine Infrastruktur zu schaffen, die der gesamtgesellschaftlichen Dimension von Wissenschaft und Hochschule gerecht wird. Gemeinsam mit dem Bund leisten wir als Land einen wichtigen Beitrag dazu, dass hier ein deutschlandweit einzigartiger Forschungsbau entsteht, der ideale Bedingungen bietet, um neue Forschungsideen in der Wissenschafts- und Hochschulforschung zu entwickeln und Expertise zusammenfließen zu lassen“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs. „Ich bin überzeugt, dass die Leibniz Universität Hannover hier weitere bedeutsame Impulse für die Forschungslandschaft setzen wird und so ihre Relevanz in der internationalen Forschung weiter ausbauen und gleichzeitig den Wissenschaftsstandort Niedersachsen stärken wird.“
„Ich bin glücklich darüber, dass wir als eine der wenigen Universitäten in Deutschland überhaupt und als einzige Universität im TU9-Verbund bald auch einen geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschungsbau haben. Das ist ein nach außen sichtbares Zeichen, dass die LUH nicht nur ein starkes technisch-naturwissenschaftliches Profil, sondern mit der Wissenschaftsreflexion auch einen weithin sichtbaren Forschungsschwerpunkt in den Geistes- und Sozialwissenschaften hat. Diesen haben wir in den vergangenen 10 bis 15 Jahren systematisch aufgebaut, und sein Erfolg ist unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zu verdanken.“, betonte Universitätspräsident Prof. Dr. Volker Epping.    
Die Sprecherin des Forums Wissenschaftsreflexion, Prof. Dr. Eva Barlösius (Institut für Soziologie und LCSS), erläuterte: „Die LUH zeichnet sich durch bundesweite Alleinstellungsmerkmale im Forschungsfeld Wissenschaftsreflexion aus. Wir führen die Forschung aus den verschiedenen beteiligten Disziplinen systematisch zusammen und haben spezifische Strukturen der Nachwuchsförderung bereits während des Studiums etabliert, die einzigartig sind. Wir freuen uns sehr, dass wir durch den Neubau unsere Forschung zukünftig noch besser vorantreiben können.“ Auf bauliche Details ging Gerhard Wolf (Michel+Wolf Architekten, Stuttgart) ein. Der Neubau wird eine gesamte Nutzfläche von gut 2.100 Quadratmetern mit Raum für interdisziplinäre Forschung, einer Wissenswerkstatt mit innovativer Forschungsinfrastruktur, Begegnungsorten und Veranstaltungsräumen für wissenschaftliche Konferenzen bieten. Er soll im Sinne der Nachhaltigkeit nach den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) zertifiziert werden.
An keiner anderen Universität in Deutschland existieren vergleichbar viele Professuren in den Themengebieten Wissenschafts- und Hochschulforschung – an der LUH sind es 20. Beteiligt sind Philosophie, Soziologie, Volkswirtschaftslehre, Politik- und Rechtswissenschaften. Der neue Forschungsbau wird die bislang auf unterschiedliche Universitätsstandorte verteilten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammenführen.
Folgende Forschungsgruppen werden ins Forum Wissenschaftsreflexion einziehen:
das Institut für Philosophie mit der DFG Kollegforschungsgruppe „SOCRATES“ (Social Credibility and Trustworthiness of Expert Knowledge and Science-Based Information),
die Forschungsgruppe Soziologische Wissenschafts- und Hochschulforschung des Instituts für Soziologie,
das Centre for Ethics and Law in the Life Sciences (CELLS),
die LCSS-Graduiertenschule "Wissenschaft und Gesellschaft"
das interdisziplinäre Forschungszentrum Leibniz Center for Science and Society (LCSS),
das Forschungszentrum des DZHW (Deutsches Zentrum für Wissenschafts- und Hochschulforschung)
die TIB Nachwuchsforschungsgruppe „Wissensinfrastrukturen“

10.07.2023: Klimaproteste aus der Perspektive des Rechts. Hannovers Verständigung mit der ‚Letzten Generation‘

Kann die Politik sich mit Opposition und Protestbewegungen verständigen, wenn unklar ist, ob diese rechtlich zulässig handeln? Ist dies auf bestimmte Ziele beschränkt? Und falls ja, bedeutet das eine Ungleichbehandlung von Gruppen? Fragen wie diese stehen im Mittelpunkt einer Podiumsdiskussion, zu der der Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht, Strafrechtsvergleichung und Rechtsphilosophie der Leibniz Universität Hannover (LUH) für Dienstag, 18. Juli 2023, einlädt. Die Veranstaltung „Klimaproteste aus der Perspektive des Rechts. Hannovers Verständigung mit der ‚Letzten Generation‘" dauert von 18 bis 19.30 Uhr und findet im Foyer der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, Königsworther Platz 1, in Hannover statt. Interessierte können der Diskussion auch online folgen und selbst mitdiskutieren. Die Veranstaltung wird über WebEx gestreamt. Zum Stream geht es über diesen Link

Die Teilnehmenden der Diskussion sind:
Belit Onay (Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover)
Mirjam Herrmann (Koordinatorin der Rechtsabteilung der „Letzten Generation“)
Prof. Dr. Jochen Bung (Universität Hamburg)
Prof. Dr. Sebastian Haunss (Universität Bremen)
Anja Schollmeyer (SPD-Ratsfrau der Landeshauptstadt Hannover und Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Grünflächen) 
Moderation: Prof. Dr. Susanne Beck.
Diskutiert wird die Frage, ob das „Recht dem Unrecht weicht", wenn auf Gespräche mit der „Letzten Generation“ eingegangen wird. Dabei liegt der Fokus auf der Verständigung zwischen Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay und der „Letzten Generation“ über wirksame Klimaschutzmaßnahmen, die dazu geführt hat, dass die Gruppe ihre Protestaktionen in Hannover eingestellt hat. Ein weiteres Thema der Diskussion wird das Verständnis von Recht in Krisensituationen und die Auswirkungen solcher Verständigungen auf das Rechtssystem sein. Auch die Frage, ob es sich beim „Klimakleben" überhaupt um Unrecht in dem Sinne handelt und ob die „Letzte Generation“ eine kriminelle Vereinigung im Sinne des Strafgesetzbuches ist, wird behandelt.

03.07.2023: Heinz Maier-Leibnitz-Preis für Juniorprofessorin Elina Fuchs

Die Leibniz Universität Hannover (LUH) gratuliert Elina Fuchs zum Erhalt des Heinz Maier-Leibnitz-Preises 2023. Die Juniorprofessorin für "Theoretische Hochenergiephysik mit kalten Atomen" forscht seit 2021 im Rahmen des Exzellenzclusters QuantumFrontiers an der LUH und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig. Der Preis wird von der der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) vergeben und ist in diesem Jahr erstmals mit 200.000 Euro dotiert. Die Verleihung findet am 16. Oktober 2023 in Berlin statt. 
Juniorprofessorin Elina Fuchs: „Ich danke der DFG herzlich und freue mich sehr über die Anerkennung meiner Forschung in der Teilchenphysik und ihrer Schnittstelle zur Atomphysik. Das Preisgeld ermöglicht es mir, eine Nachwuchswissenschaftlerin oder einen Nachwuchswissenschaftler einzustellen, internationale Projekte zu stärken und Gäste nach Hannover einzuladen. Damit kann ich in der spannenden Startphase meiner Arbeitsgruppe die interdisziplinären Forschungsthemen ausbauen und meine Gruppe dadurch hoffentlich auch langfristig in Hannover und unserem Exzellenzcluster QuantumFrontiers verankern. 
Falko Mohrs, Niedersachsens Minister für Wissenschaft und Kultur, kommentiert: „Herzlichen Glückwunsch an die Juniorprofessorin Elina Fuchs zum wichtigsten deutschen Nachwuchspreis. Mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit an der Leibniz Universität Hannover und am Institut für Theoretische Physik forscht sie an einer zentralen Stelle des Exzellenzclusters QuantumFrontiers. Die Niedersächsin hat bereits in der Schweiz, in Israel und den USA mit ihrer Forschung im Bereich der Teilchenphysik Hervorragendes geleistet. Umso mehr freue ich mich, dass der Wissenschaftsstandort Niedersachsen Prof. Dr. Elina Fuchs attraktive Arbeitsbedingungen bietet.“
Elina Fuchs wuchs in Hannover auf, studierte an der Universität Göttingen und promovierte am Deutschen Elektronen-Synchrotron DESY und der Universität Hamburg. Nach ihrer Promotion forschte sie als Minerva Fellow am Weizmann Institute of Science in Israel und trat nach vier Jahren ein Feodor-Lynen Fellowship am Fermilab und der University of Chicago in den USA an. Seit 2021 hat sie zudem ein renommiertes Senior Research Fellowship am Forschungszentrum CERN inne. Ihr Forschungsschwerpunkt ist die Teilchenphysik jenseits des Standardmodells. Im Exzellenzcluster QuantumFrontiers leitet sie eine Grundlagengruppe, die sich mit hochpräziser Atomspektroskopie, dunkler Materie und der Veränderung von Konstanten befasst. Außerdem koordiniert sie den Theorie-Zweig der CERN Quantum Technology Initiative.
Die Heinz Maier-Leibnitz-Preise werden seit 1977 jährlich von der Deutschen Forschungsgemeinschaft an herausragende Forscherinnen und Forscher verliehen, die sich in einem frühen Stadium ihrer wissenschaftlichen Laufbahn befinden. Die Auszeichnung soll die Preisträgerinnen und Preisträger, die noch keine unbefristete Professur innehaben, darin unterstützen und anspornen, ihre wissenschaftliche Laufbahn weiterzuverfolgen. Gewürdigt wird dabei nicht allein ihre Dissertation, sondern insbesondere, ob sie im Anschluss bereits ein eigenständiges wissenschaftliches Profil entwickelt haben und mit ihren Forschungsergebnissen die Fachcommunity bereichern, sodass auch in Zukunft wissenschaftliche Spitzenleistungen von ihnen erwartet werden können. Benannt ist der Preis seit 1980 nach dem Atomphysiker und früheren DFG-Präsidenten Heinz Maier-Leibnitz. Für die diesjährige Preisrunde waren insgesamt 171 Forscherinnen und Forscher aus allen Fachgebieten vorgeschlagen worden. Insgesamt wurden sieben Forscherinnen und drei Forscher ausgezeichnet.

03.07.2023: Erweiterter Wellenströmungskanal mit der weltweit größten Wellenmaschine eröffnet

Die Leibniz Universität Hannover (LUH) und die Technische Universität Braunschweig (TU BS) haben in den vergangenen Jahren den neuen Großen Wellenströmungskanal (GWK+) in Hannover-Marienwerder konzipiert und aufwendig erweitert. Mehr als 35 Millionen Euro sind investiert worden, um die Forschung zur Energiewende im GWK+ massiv voranzubringen. Untersucht werden hier unter anderem feste und schwimmende Gründungsstrukturen von Offshore-Windenergieanlagen. Heute ist die weltweit einmalige Großforschungsinfrastruktur in Anwesenheit von Robert Habeck, Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, und Stephan Weil, Niedersächsischer Ministerpräsident, gemeinsam mit den Universitätspräsidien sowie den federführenden Forschenden in Betrieb genommen worden.    
Nach einem feierlichen Knopfdruck zum Starten der Anlage baute sich die erste beeindruckende, drei Meter hohe Welle im 300 Meter langen Wellenströmungskanal auf. Durch die Erweiterung verfügt die Großforschungsinfrastruktur nun über eine leistungsfähige Strömungsanlage, einen Tiefteil zur Untersuchung von Gründungsstrukturen von Offshore-Windenergieanlagen und eine hochleistungsfähige Wellenmaschine zur Erzeugung von Ozeanwellen mit bis zu drei Metern Höhe. Durch den Umbau besteht jetzt die Möglichkeit, Wellen und Strömung gleichzeitig zu erzeugen – ein neuer Superlativ für Hannover: Keine andere Einrichtung weltweit bietet diese Möglichkeit.
„Die Windenergie spielt heute und auch in Zukunft die zentrale Rolle bei der Stromversorgung Deutschlands. Bedingt durch den zunehmenden Strombedarf durch die Elektrifizierung weiterer Sektoren, wie die Gebäudeheizung mit Wärmepumpen oder die Elektromobilität, muss die Windenergienutzung schnell und effizient ausgebaut werden. Der Wellenströmungskanal in Hannover wird dazu einen wichtigen Beitrag leisten, indem er Untersuchungen zur Optimierung von Offshore-Gründungen ermöglicht. Auf diese Weise kann der Windenergieausbau auf See noch kostengünstiger und zuverlässiger werden. Daher und wegen der vielfältigen weiteren Forschungsaspekte, die mit dem Wellenströmungskanal untersucht werden können, ist die zur Verfügung gestellte Forschungsförderung des BMWK in Höhe von rund 35 Millionen Euro sinnvoll und zukunftsfähig eingesetztes Geld“, hob Wirtschafts- und Klimaschutzminister Robert Habeck in seinem Grußwort hervor.
Der Niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil betonte: „Ich freue mich sehr darüber, dass wir in Niedersachsen jetzt diesen weltweit einzigartigen Wellenströmungskanal haben. Damit bekommen Forschung und Industrie weitreichende neue Möglichkeiten für die Entwicklung von Offshore-Windanlagen. Und auch der für Niedersachsen besonders wichtige Küstenschutz kann durch das gleichzeitige Erzeugen von Wellengang und Strömung weiter erforscht und verbessert werden. Insgesamt eine wirklich beeindruckende Anlage, zu der ich allen Beteiligten nur herzlich gratulieren kann.“
Seit Inbetriebnahme des GWK im Jahr 1983 sind zahlreiche richtungweisende Forschungsprojekte in der Anlage durchgeführt worden. Die Forschungsansätze und –anforderungen haben sich in jüngster Zeit indes stark verändert. Bisher konnten ausschließlich Wellen erzeugt werden. Mit dem Ziel des Ausbaus mariner Erneuerbarer Energien (Offshore-Windenergie, Tide-/Wellenenergie und andere) rücken Installations- und Betriebskonzepte über den Lebenzyklus dieser Bauwerke sowie der Einfluss von Gezeitenströmungen stärker in den Fokus. Im Jahr 2017 hatte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK, vormals BMWi) daher das Forschungsprojekt „marTech – Erprobung und Entwicklung maritimer Technologien zur zuverlässigen Energieversorgung“ auf Beantragung der beteiligten Universitäten LUH und TU BS bewilligt, um den Anforderungen der Forschung und der Industrie beim Ausbau und im Betrieb der Erneuerbaren Energien gerecht zu werden. Seither sind in die Erweiterung des Großen Wellenströmungskanals (GWK+) Hannover mehr als 35 Millionen Euro investiert worden. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) hat mit rund 1,4 Millionen Euro bei der Planung und beim Grundstückserwerb unterstützt. Der GWK+ wird unter der Ägide des gemeinsamen Forschungszentrums Küste (FZK) von LUH und TU BS betrieben.
Prof. Dr. Angela Ittel, Präsidentin der Technischen Universität Braunschweig, und Prof. Dr. Volker Epping, Präsident der Leibniz Universität Hannover, freuen sich sehr darüber, dass der GWK+ nun startklar für den Forschungsbetrieb ist. „Mit dieser Forschungsinfrastruktur wird ein wesentlicher Beitrag zur Erprobung und Entwicklung von Technologien der Erneuerbaren Energien auf und aus dem Meer geleistet werden können. Dies stützt auch unmittelbar den Forschungsschwerpunkt Energie, den die Leibniz Universität auf vielen Gebieten interdisziplinär verankert hat. Wir werden in der Wissenschaft mit unseren Möglichkeiten an der Leibniz Universität dazu beitragen, den Transformationsprozess unserer Energiesysteme auf Bundes- und Landesebene weiter zu beschleunigen“, betonte Prof. Dr. Volker Epping.

03.07.2023: Leibniz Universität Hannover wird Teil einer „Europäischen Hochschule“

Die Leibniz Universität Hannover (LUH) war 2020 Initiatorin der Allianz „EULiST – European Universities Linking Society and Technology“. Gemeinsam mit neun Partnern erhält sie jetzt eine Förderung im Rahmen der von der Europäischen Kommission ins Leben gerufenen Initiative „Europäische Hochschule“. Diese beträgt insgesamt 14,3 Millionen Euro für eine Laufzeit von vier Jahren. Auf die LUH entfallen 1,6 Millionen Euro. Konkret wird das Geld in Teilprojekte investiert in den Themenfeldern hochwertige Bildung, bezahlbare und saubere Energie, Industrie, Innovation und Infrastruktur, Nachhaltigkeit und Maßnahmen zum Klimaschutz – diese bilden Teile der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ab.
„Dies ist ein herausragender Erfolg – für EULiST und natürlich auch ganz direkt für uns als Leibniz Universität Hannover.  An dem Antrag wurde gemeinsam mit unseren Partnern intensiv gearbeitet; die Konzeptentwicklung selbst hat uns als Verbund einander nahegebracht und eine vertrauensvolle, partnerschaftliche Zusammenarbeit befördert. Mit der Förderung kann die weitere Entwicklung innovativer Bildungsangebote sowie die Planung und Ausgestaltung eines digitalen interuniversitären Hochschulcampus, der Lehrende, Lernende und Forschende vernetzt und Mobilität fördert, weiter vorangetrieben werden“, sagt LUH-Präsident Prof. Dr. Volker Epping, der gleichzeitig erster Vorsitzender des EULiST Presidents‘ Board ist. Prof. Dr. Christina von Haaren, Vizepräsidentin der LUH für Internationales und Nachhaltigkeit, betont: „Wir wollen mit dem Verbund dazu beizutragen, die ambitionierte Zukunftsvision eines innovativen, weltweit wettbewerbsfähigen und attraktiven europäischen Bildungs- und Forschungsraums Wirklichkeit werden zu lassen. Dabei wird verstärkt auf die Kultur der Vielfalt, Inklusion und Nachhaltigkeit gesetzt. So wird gewährleistet, dass mehrsprachige, sozial verantwortliche europäische Bürger ausgebildet werden, die Brücken zwischen Wissenschaft und Gesellschaft schlagen und stärken.“
„Ich gratuliere der Leibniz Universität Hannover und der Allianz EULiST zur Förderung und bin mir sicher, dass diese zur Entwicklung innovativer und nachhaltiger Projekte beitragen wird. Der Ansatz der zehn EULiST-Partner, Gesellschafts-, Natur- und Technikwissenschaften zusammenzuführen und gemeinsam den großen gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen, ist ebenso innovativ wie erforderlich“, so Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs.
Die Partner der Leibniz Universität Hannover im Verbund EULiST sind angesiedelt in Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Österreich, Schweden, Spanien, der Slowakei und Tschechien. Konkret sind es die Lappeenranta-Lahti University of Technology, das Institut Mines-Télécom, die National Technical University Athens, die Università degli Studi dell'Aquila, die Technische Universität Wien, die Jönköping University, die Universidad Rey Juan Carlos, die Slovak University of Technology Bratislava und die Brno University of Technology. 
Ziel von EULiST ist es, durch gemeinsame, integrative Ansätze der Gesellschafts-, Natur- und Technikwissenschaften neue nachhaltige Lösungen für die großen gesellschaftlichen Herausforderungen von heute und morgen zu entwickeln. Um dies zu erreichen, sollen abgestimmte Bildungsangebote sowie ein interuniversitärer Hochschulcampus entwickelt werden, der Lehrende, Lernende und Forschende vernetzt und Mobilität fördert.
Weitere Informationen zu EULiST: https://www.uni-hannover.de/eulist.

26.06.2023: Ausstellungsschiff MS Wissenschaft legt in Hannover an

Von der Erde über ferne Exoplaneten bis hin zum Schwarzen Loch im Zentrum der Milchstraße – das Ausstellungsschiff MS Wissenschaft tourt wieder durch Deutschland und nimmt seine Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch den Kosmos. Vom 28. Juni bis zum 1. Juli 2023 geht die MS Wissenschaft nun in Hannover vor Anker. 
Im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2023 „Unser Universum“ dreht sich an Bord des umgebauten Frachtschiffs alles um die unendlichen Weiten des Weltraums und unseren Platz im Kosmos. An mehr als 30 interaktiven Exponaten lässt sich das Universum spielerisch entdecken. So können Interessierte virtuell zu unserem benachbarten Sonnensystem Alpha Centauri fliegen oder auf fernen Monden nach außerirdischem Leben suchen. Außerdem erfahren sie, wie Forschende mit Teleskopen weit ins All schauen und beispielsweise Sternenexplosionen untersuchen.
Andere Exponate richten den Blick auf die Erde. So steuert der Sonderforschungsbereich TerraQ der Leibniz Universität Hannover unter dem Titel „Den Klimawandel aus dem All messen“ ein Satellitenmodell als Exponat bei. Besucherinnen und Besucher können dabei simulieren, wie mit einem Satellitenpaar kleinste Veränderungen im Schwerefeld der Erde gemessen und so wichtige Daten zum Klimawandel erhoben werden können.
Die MS Wissenschaft tourt im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung durch mehr als 30 Städte in Deutschland und Österreich. Der Eintritt ist frei. Die Ausstellung richtet sich an alle Interessierten ab zwölf Jahren.
Die MS Wissenschaft ist ein 100 Meter langes Binnenfrachtschiff, das früher mit Kohle und Containern auf europäischen Wasserstraßen unterwegs war. Seit 2002 tourt das Ausstellungsschiff im Rahmen der Wissenschaftsjahre jeden Sommer als schwimmendes Science Center quer durch Deutschland.
Im Rahmen der Veranstaltung „Meet the Scientist“ geben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des SFB TerraQ vor Ort Einblicke in ihre Arbeit, stellen das Exponat des Satellitenmodells vor und stehen für Fragen zur Verfügung:
Mi. 28.06., 14:00-18:00 Uhr: Martin Weberpals
Do. 29.06., 14:00-18:00 Uhr: Laura Müller und Malte Misfeldt
Fr. 30.06., 10:00-12:00 Uhr: Jürgen Müller

Informationen zur Ausstellung
Wo: Mittellandkanal, Höhe Vahrenwalder Straße, am Finanzamt
Wann: Fr. 28.06. – Sa. 01.07.2023. Die Ausstellung ist täglich von 10-19 Uhr geöffnet. Schulklassen sind nach Anmeldung ab 9 Uhr willkommen.
Der Eintritt ist frei.  

Weitere Informationen auf http://go.lu-h.de/jNz6d.

26.06.2023: Leibniz und das Universum

Am 1. Juli 2023 jährt sich der Geburtstag von Gottfried Wilhelm Leibniz zum 377. Mal. Die Leibniz Universität Hannover (LUH) ehrt ihren Namenspatron mit zwei Ausstellungen im Sockelgeschoss des Welfenschlosses (Welfengarten 1). Eröffnet werden diese am Mittwoch, dem 5. Juli, anschließend sind sie für die Öffentlichkeit zugänglich. 
EXPLORE! Leibniz ist das neue explorative Schaufenster der Leibniz Universität und eine Hommage an das Leben und Wirken des großen Universalgelehrten und Namenspatrons der Leibniz Universität: Gottfried Wilhelm Leibniz. Unter dem Motto EXPLORE! Leibniz werden Geschichte und Zukunft der universitären Forschung und Lehre der Leibniz Universität exemplarisch und anfassbar vermittelt und mit den Forschungen und Wissensgebieten von Gottfried Wilhelm Leibniz in Bezug gesetzt.
Zu den Führungen mit Leibniz-Expertin Dr. Ariane Walsdorf vom Referat für Kommunikation und Marketing der LUH sind alle Interessierten willkommen. Auch Rundgänge für Kinder (ab 5. Klasse) sowie in englischer Sprache sind auf Nachfrage möglich. Anmeldungen nimmt das Referat für Kommunikation und Marketing telefonisch (0511 762-5342) oder per E-Mail (kommunikation@uni-hannover.de) entgegen.
Im Leibniz Science Cube des Referats für Kommunikation und Marketing werden jeweils passend zum Thema des Wissenschaftsjahres Forschungsprojekte der Leibniz Universität kommuniziert. In diesem Jahr findet sich hier unter dem Titel „Leibniz UNIversum“ Spannendes aus Astrophysik, satellitengestützter Erdvermessung und Quantenoptik, rund um das Thema Universum. Außerdem erfahren die Besucherinnen und Besucher, welche Gedanken sich bereits Gottfried Wilhelm Leibniz über kristallische Kugeln am Himmel und über unzählige Erden im Weltall machte.
Der Leibniz Science Cube ist so konzipiert, dass die Ausstellung „Leibniz UNIversum“ jederzeit individuell betrachtet werden kann.
Weitere Informationen zu Leibniz UNIversum: https://www.uni-hannover.de/universum.

20.06.2023: Maßgeschneiderte Bauteile für die Produktionstechnik von morgen

Eine moderne Industrieproduktion muss hohe Anforderungen erfüllen, will sie zukunftsfähig sein. An der Leibniz Universität Hannover (LUH) erforschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler im Sonderforschungsbereich (SFB) 1153 „Tailored Forming“ seit 2015 sehr erfolgreich neue Fertigungstechniken zur Produktion hybrider, also aus unterschiedlichen Materialien bestehenden, Bauteile. Ziel ist beispielsweise die Kosten oder das Gewicht von Bauteilen bei gleicher oder verbesserter Leistungsfähigkeit zu reduzieren. Unternehmen können so perspektivisch einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung leisten und gleichzeitig ihre Wettbewerbsfähigkeit steigern. Die DFG hat die Tragfähigkeit des Forschungskonzepts nun erneut bestätigt und eine dritte Förderperiode bewilligt.
„Wir freuen uns, dass unser innovativer Ansatz, Fertigungs- und Entwicklungsprozesse ganzheitlich zu betrachten, die DFG überzeugt und wir unsere Forschungsergebnisse in einer dritten Förderperiode nun noch ein Stück näher in Richtung industrielle Anwendung bringen können“, sagt Prof. Dr.-Ing. Bernd-Arno Behrens, Sprecher des Sonderforschungsbereichs.
Der SFB 1153 will die Potentiale hybrider Massivbauteile durch maßgeschneiderte Prozessketten erschließen und entwickelt die dafür notwendigen Verfahren. Im Gegensatz zu bestehenden Fertigungsprozessen, bei denen die Rohmaterialien erst während der Umformung oder am Ende der Fertigungskette miteinander verbunden werden, erfolgt dies im SFB 1153 bereits vor dem Umformprozess. Auf diese Weise lassen sich Bauteile fertigen, die den geforderten lokalen Anforderungsprofilen wesentlich besser entsprechen können.
In der zweiten Förderperiode haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler die grundlegenden Prozessschritte weiterentwickelt, das Materialspektrum erweitert und die Komplexität der untersuchten Demonstratorbauteile erhöht. In zwei Transferprojekten konnte zudem die generelle Übertragbarkeit der wissenschaftlichen Grundlagen auf industrielle Fertigungsprozesse und Anwendungsfälle nachgewiesen werden.
In der dritten Förderperiode wollen sie nun den industriellen Reifegrad der Tailored-Forming-Technologie weiter steigern. Dazu starten sie ein neues Projekt, in dem die in den einzelnen Teilprojekten entwickelten Lösungen physisch und digital in Form einer automatisierten Prozesskette zusammengeführt werden. So sollen die Robustheit der Einzel- sowie der Gesamtprozesskette erhöht und Ansätze, diese zu charakterisieren und zu modellieren erweitert werden. Damit werden Bewertungsmöglichkeiten geschaffen, mit denen sich der wirtschaftliche und ökologische Mehrwert beurteilen lässt – eine wichtige Voraussetzung, um die entwickelten Innovationen in die industrielle Praxis transferieren zu können.
Die dritte und letzte Förderperiode des Sonderforschungsbereichs 1153 „Prozesskette zur Herstellung hybrider Hochleistungsbauteile durch Tailored Forming“ läuft vom 1. Juli 2023 bis zum 30. Juni 2027. Insgesamt sind 56 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von 10 Instituten der Leibniz Universität Hannover sowie der Technischen Informationsbibliothek (TIB) Hannover, dem Laser Zentrum Hannover (LZH) und dem Institut für Integrierte Produktion (IPH), sowie dem Datenmanagement im Maschinenbau (DMB) der Universität Paderborn beteiligt.

20.06.2023: Europas bester Physik-Nachwuchs kommt aus Rumänien

Fünf Tage lang haben sich herausragende Schülerinnen und Schüler aus der ganzen Welt in Hannover getroffen, um anspruchsvolle theoretische und experimentelle Probleme zu lösen und den besten Physik-Nachwuchs Europas zu küren. Insgesamt wurden bei der heutigen feierlichen Preisverleihung 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ihre besonders guten Ergebnisse mit 17 Gold-, 41 Silber- und 42 Bronzemedaillen geehrt. 
Der Hauptpreis für die insgesamt beste Leistung in beiden Prüfungsteilen ging an Vlad-Stefan Oros aus Rumänien, der auch die beste theoretische Prüfung ablegte. Die besten experimentellen Ergebnisse zeigten Luc Mezereeuw aus Singapur und Andrei-Darius Dragomir aus Rumänien. Beide wurden ebenfalls ausgezeichnet. Im inoffiziellen Nationenranking schnitt Rumänien mit drei Goldmedaillen am besten ab. Auch das fünfköpfige deutsche Team hat mit zwei Silbermedaillen und zwei Bronzemedaillen ein sehr gutes Ergebnis erzielt.  
An der 7. Europäischen Physikolympiade haben insgesamt 181 Schülerinnen und Schüler aus 37 Ländern teilgenommen. Mehrheitlich kommen sie aus Europa, aber auch Gastteams von anderen Kontinenten haben teilgenommen. Ausgerichtet hat den Wettbewerb die Leibniz Universität Hannover (LUH) zusammen mit dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel. 
„Hinter uns liegen fünf intensive und spannenden Tage. Es war wirklich beeindruckend mit welchem Engagement, aber auch Spaß alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Sache waren. Wer weiß, vielleicht war sogar ein Nobelpreisträger oder eine Nobelpreisträgerin der Physik von Morgen dabei“, fasst Professor Gunnar Friege vom Institut für Didaktik der Mathematik und Physik der LUH die Veranstaltung zusammen. Er hat den Wettbewerb zusammen mit Dr. Stefan Petersen vom IPN organisiert. Für die Leibniz Universität war es als Gastgeberin darüber hinaus eine Gelegenheit, sich vielversprechenden Talenten als interessanter Studienort zu präsentieren. Zahlreiche Forschende der LUH hatten dafür Laborführungen angeboten, Einblicke in den Wissenschaftsalltag gegeben und Fragen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer beantwortet. 
Die Physikolympiade ist ein jährlich ausgetragener, internationaler wissenschaftlicher Wettbewerb, der sich an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe bis zu einem Alter von maximal 20 Jahren richtet. Er besteht aus einer experimentellen und einer theoretischen Prüfung von jeweils 5 Stunden. Der Wettbewerb ist offen für Länder aus Europa und darüber hinaus. Jedes Land kann ein Team bestehend aus bis zu fünf Schülerinnen und Schülern und einen Teamleiter entsenden. In den einzelnen Ländern finden unterschiedliche Qualifizierungswettbewerbe statt. Die nächste Physikolympiade findet 2024 in Georgien statt.

14.06.2023: Physikolympiade kürt die besten Nachwuchs-Forschenden Europas

Die Leibniz Universität Hannover (LUH) richtet zusammen mit dem Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik (IPN) in Kiel in diesem Jahr die 7. Europäische Physikolympiade aus. Die Physikolympiade ist ein internationaler wissenschaftlicher Wettbewerb, bei dem herausragende Schülerinnen und Schüler theoretische und experimentelle Probleme lösen müssen und die die besten Nachwuchs-Physikerinnen und Nachwuchs–Physiker Europas ermitteln. 
In diesem Jahr beteiligen sich mehr als 170 Schülerinnen und Schülern in Teams aus 37 Ländern an dem Wettbewerb. Mehrheitlich kommen sie aus Europa, aber auch Brasilien, Singapur, Vietnam und andere Staaten nehmen mit Gast-Teams teil.  
Zur feierlichen Preisverleihung, bei der die besten Leistungen mit Medaillen und Preisen ausgezeichnet werden, laden wir Medienvertreter herzlich ein. Danach bietet sich die Gelegenheit, Gespräche zu führen. Bei Interesse können auch die experimentellen Aufgaben gezeigt werden.
Der Wettbewerb richtet sich an Schülerinnen und Schüler der Oberstufe bis zu einem Alter von maximal 20 Jahren. Er ist offen für Länder aus Europa und darüber hinaus. Jedes Land kann ein Team bestehend aus bis zu fünf Schülerinnen und Schülern und einen Teamleiter entsenden. Der Wettbewerb besteht aus zwei Runden von jeweils 5 Stunden: einer experimentellen Prüfung am Samstag und einer theoretischen Prüfung am Sonntag. Am Montag finden Auswertung und Diskussion der Ergebnisse statt, sowie Laborführungen, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus erster Hand Einblicke in die Forschung an der LUH erhalten. 

Wann: Dienstag, 20. Juni 2023, 10:00-12:30 Uhr
Wo: Leibniz Universität Hannover, Lichthof, Welfengarten 1, 30167 Hannover
Anmeldung per E-Mail an kommunikation@uni-hannover.de.


09.06.2023: Forschungsmagazin rund um Implantate

Ob Ohr, Zahn oder Herz – wer ein Implantat benötigt, möchte, dass es möglichst ein Leben lang hält. Um optimale biologische Funktionen bei möglichst lebenslanger Haltbarkeit zu erreichen, wird seit 2008 im NIFE, dem Niedersächsischen Zentrum für Biomedizintechnik, Implantatforschung und Entwicklung, Grundlagenforschung zu Implantaten betrieben. Zum 15-jährigen Jubiläum ist dem NIFE die aktuelle Ausgabe des Forschungsmagazins der Leibniz Universität Hannover gewidmet. 
Das NIFE bündelt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Leibniz Universität Hannover, der Medizinischen Hochschule Hannover sowie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover. Die zurzeit 43 Gruppen mit etwa 400 Forschenden arbeiten in den Schwerpunkten Biomaterialentwicklung, Biofunktionalität und Funktionalisierung, Biomaterialtestung und Tissue Engineering. Aus diesen Bereichen stammen die Beiträge des aktuellen Forschungsmagazins. Hinzu kommen Einblicke in das eNIFE, ein dem NIFE assoziiertes Forschungszentrum innerhalb der Fakultät für Elektrotechnik und Informatik der Leibniz Universität, das sich dem Thema Biomedizintechnik aus Sicht der Elektrotechnik widmet. 
Die Artikel drehen sich um die Entwicklung, Herstellung und Konservierung von bioartifiziellem Gewebe, Schnelltests, die frühzeitig erkennen, wenn ein Nierentransplantat abgestoßen wird, um Gefäßprothesen, die in vitro gezüchtet werden, personalisierte Medizin, mobile Corona-Analytik sowie Cochlea-Implantate.
Das Heft zum Download sowie der Zugang zur App zum Lesen auf Smartphone oder Tablet: https://www.uni-hannover.de/de/universitaet/aktuelles/veroeffentlichungen/unimagazin.
Gedruckte Exemplare können unter alumni@zuv.uni-hannover.de bestellt werden.

09.06.2023: Career Dates ebnen den Weg in die Arbeitswelt für Studierende

68 Unternehmen stellen sich im Lichthof der Leibniz Universität Hannover vor.  Studierende können sich informieren und Kontakte knüpfen. Der Übergang vom Studium in den Beruf birgt große Herausforderungen. Um diese erfolgreich zu meistern, benötigen Studierende, Absolventinnen und Absolventen Informationen zu studienbegleitenden Praktika, beruflichen Einstiegsmöglichkeiten und Bewerbungsstrategien.
Die Firmenkontaktmesse Career Dates bietet am Dienstag und Mittwoch, 13. und 14. Juni 2023, von 10 bis 16 Uhr im Lichthof der Leibniz Universität Hannover die Möglichkeit, mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen und sich vorzustellen. Zum weiteren Programm zählen unter anderem ein Bewerbungsmappencheck und eine große JobWall. Wer noch kein professionelles Bewerbungsfoto hat, kann vor Ort ein Porträt von sich machen lassen. Die Angebote sind kostenlos.
In diesem Jahr suchen 68 Unternehmen auf den Career Dates nach engagierten Mitarbeitenden von morgen. Mit dabei sind unter anderem avacon, BASF, Clarios, deister electronic, Deloitte, DNV, dSPACE, EY, Hannover Rück, HARTING Technologiegruppe, Heise, KKH, Landeshauptstadt Hannover, Laverana, Leuchtfeuer, NORD/LB, Salzgitter AG, Sennheiser, STIEBEL ELTRON, VHV oder die Volksbank.
Lichthof der Leibniz Universität Hannover,  13./14. Juni 2023, 10 bis 16 Uhr. Mehr Infos auf www.careerdates.de.

09.06.2023: Inflation trifft Studierende überdurchschnittlich stark

Studierende haben die seit Ende 2021 stark gestiegene Inflation in Deutschland überdurchschnittlich gespürt – trotz Entlastungsmaßnahmen von Bund und Ländern. Und auch in den kommenden Jahren werden sie unter den hohen Preisen leiden, was zu schlechteren Studienleistungen oder Studienabbrüchen führen kann. Das sind zentrale Ergebnisse der Studie „Die Bedeutung der Inflation für die wirtschaftliche Situation von Studierenden in Deutschland im Zeitraum 2021 bis 2024: Eine Abschätzung“ von Prof. Dr. Stephan L. Thomsen und Dennis H. Meier von der Leibniz Universität Hannover (LUH) sowie Martina Kroher vom Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW). Die Untersuchung wurde mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.
Das Forschungsteam hat das Konsum- und Ausgabeverhalten von 65.000 Studierenden analysiert – auf Grundlage der Daten von „Die Studierendenbefragung in Deutschland“ aus dem Sommersemester 2021, die unter Leitung des DZHW stattgefunden hat. Hieraus haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Konsumkörbe für verschiedene Gruppen von Studierenden ermittelt. Aus diesen konnten sie die inflationsbedingte Belastung der Studierenden berechnet. Unterschieden haben sie dabei vor allem nach der Lebens- und Wohnsituation der Studierenden – ob diese beispielsweise alleine bzw. in einer Wohngemeinschaft oder im Elternhaus leben und ob sie etwa eigene Kinder haben.
Studierende haben in der Regel wenig Geld zur Verfügung und geben deshalb einen überdurchschnittlich hohen Anteil ihres Budgets für Warmmiete und Lebensmittel aus – zwei Bereiche, in denen die Preise im Jahr 2022 besonders stark gestiegen sind. Vor allem betroffen sind Studierende, die die Wohnung gewechselt haben. Bei ihnen sind Inflationsraten von über zehn Prozent möglich; deutschlandweit lag die Inflation 2022 bei 6,9 Prozent.
Da Studierende auch in der Vergangenheit kaum sparen konnten, müssen sie die Teuerungen durch steigende Einnahmen kompensieren: entweder indem sie mehr arbeiten, durch größere familiäre Unterstützung oder durch Kredite. „Die wissenschaftliche Literatur zeigt, dass finanzielle Einschränkungen und Risiken sich negativ auf den Verlauf und den Erfolg des Studiums auswirken können. Die Studienleistungen können sinken, weniger Menschen fangen ein Studium an und mehr Studierende müssen ihr Studium abbrechen“, sagt Thomsen. Folge könne eine verstärkte sozioökonomische Ungleichheit sein.
Die Entlastungsmaßnahmen der Bundesregierung haben die Inflations­raten 2022 und 2023 für die berück­sichtigten studentischen Gruppen ver­ringert. Aber: „Durch den Einmalcharakter der Zahlungen kommt es zu Nachhol­effekten in den Folgejahren“, so Thomsen. Berücksichtigt wurden in der Studie die Dezember-Sofort­hilfe, die Gas- und Strompreisbremse, die Energieab­gabensenkung, das 9-Euro-Ticket und der Tankrabatt. Ohne weitere Entlas­tungsmaßnahmen erwartet das Autorenteam auch für dieses und das kommende Jahr Infla­tionsraten von rund sechs (2023) und zwei (2024) Prozent für verschiedene Grup­pen von Studierenden.
„Die hohen und für die betrachteten Gruppen unterschiedli­chen Belastungen machen deutlich, dass regelmäßigere und kurzfristigere Analysen der wirtschaftlichen Belastungen von Studierenden erforderlich sind“, sagt Thomsen und betont: „Um hierfür die Grundlagen zu schaffen, wären wiederholte Primärdatenerhebungen mit aus­gewählten Stichproben in kürzeren zeitlichen Abständen wünschenswert. Diese würden die Grundlagen für evidenzbasierte politische Ent­scheidungen verbessern.“

02.06.2023: THE Impact Ranking 2023: Leibniz Universität Hannover erzielt Spitzenergebnis im Bereich „Clean Water and Sanitation“

Nachhaltigkeit ist inzwischen auch eines der Themen internationaler Universitäts-Rankings. Das renommierte britische Magazin „Times Higher Education“ bewertet in seinem THE Impact Ranking seit 2019 jährlich die Aktivitäten von Hochschulen angelehnt an die 17 Ziele für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen (Sustainable Development Goals, kurz SDGs). Die Universitäten werden danach bewertet, wie sehr sie etwa durch Forschungsprojekte, Industriekooperationen, Studienangebote oder nachhaltige Maßnahmen auf dem Campus zur Realisierung dieser Ziele beitragen.    
Die Leibniz Universität Hannover (LUH) konnte im aktuellen Ranking ein Spitzenergebnis im Einzelranking „SDG 6 – Clean Water and Sanitation“ erzielen. Die LUH belegt hier weltweit den 34. Platz und konnte sich damit im Vergleich zum Vorjahr, in dem sie bereits erstmalig erfolgreich im THE Impact Ranking vertreten war, noch einmal deutlich verbessern (2022: Platz 76). In dieser Kategorie wurden insgesamt 702 Hochschulen bewertet. Auch im zweiten Bereich, in dem die LUH angetreten ist – „SDG 7 – Affordable and Clean Energy“ -, konnte sie ein hervorragendes Ergebnis erzielen. Hier landet sie in der Ranggruppe 101-200 von insgesamt 812 bewerteten Hochschulen (Vorjahr: 301-400; ab Platz 101 erfolgt die Platzierung in Ranggruppen). Universitätspräsident Prof. Dr. Volker Epping und Prof. Dr. Christina von Haaren, Vizepräsidentin für Internationales und Nachhaltigkeit, freuen sich sehr über diesen großen Nachhaltigkeitserfolg der LUH im internationalen Vergleich der Hochschulen.     
Für die Bewertung im Nachhaltigkeitsziel „Clean Water and Sanitation“ ist die Forschung zu Themen wie Wasserknappheit oder Bedrohung durch Hochwasser ein wichtiger Indikator. THE betrachtet die Anzahl wissenschaftlicher Veröffentlichungen mit Bezug zum SGD 6 und wie häufig diese von anderen Forschenden zitiert werden. An der LUH befassen sich unter anderem das Institut für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik, das Institut für Hydrogeologie und Wasserwirtschaft oder das Institut für Umweltplanung mit Forschungsfragen, die einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Nutzung von Wasser leisten. Auch das Ludwig-Franzius-Institut für Wasserbau und Ästuar- und Küsteningenieurwesen und das Forschungszentrum Küste gewinnen fortlaufend neue Erkenntnisse zu Fragestellungen etwa des Küstenschutzes oder der Tsunami-Forschung. Das Studienangebot der LUH hält zahlreiche Studiengänge mit Bezug zur Nachhaltigkeit bereit. So widmet sich zum Beispiel der Master-Studiengang Water Ressources and Environmental Management (WATENV) aktuellen Fragen rund um das nachhaltige Wasserressourcen-Management.   
Das Ranking berücksichtigt zudem Aktivitäten zum nachhaltigen Umgang mit Wasser an der Universität. Hier wurde in jüngster Zeit an der LUH einiges an Maßnahmen und Aktivitäten umgesetzt, auch um den Wasserverbrauch insgesamt zu verringern: Auf dem Sportcampus speist etwa ein spezieller Regenwassermanager Regenwasser zum Betrieb der Toilettenspülungen in das Leitungsnetz ein. Eine mit Beteiligung von Studierenden angelegte Klimagehölzfläche „Trees for Future“ auf dem Campus Herrenhausen beheimatet stressresistente Baumarten, die mit klimawandelbedingten Herausforderungen wie extremen Trockenperioden besser umgehen können. Einen guten Überblick über die Projekte zur Wassernutzung an der LUH bietet die Website des Green Office unter https://www.sustainability.uni-hannover.de/de/campus/wasser beziehungsweise zu „Trees for Future“ unter https://www.sustainability.uni-hannover.de/de/campus/biodiversitaet-und-gruenflaechen
Auch für den Bereich „Affordable and Clean Energy“ wurde die Forschungsstärke der LUH erhoben. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten in annähernd allen Fakultäten disziplinübergreifend an den Herausforderungen der Energiewende. Einen Überblick über Maßnahmen des Energiemanagements auf dem Campus gibt es unter https://www.sustainability.uni-hannover.de/de/campus/energiemanagement
Am diesjährigen THE Impact Ranking haben mehr als 1.700 Universitäten aus 115 Ländern teilgenommen. Es besteht die Möglichkeit, am Gesamtranking teilzunehmen oder – wie die LUH – nur an einem oder mehreren ausgewählten SDGs. Alle Ergebnisse der THE Impact Rankings sind unter https://www.timeshighereducation.com/impactrankings abrufbar.

30.05.2023: Online-Intensivkurse in Mathematik für angehende Erstsemesterstudierende

In vielen Studienfächern der Leibniz Universität Hannover ist Mathematik ein zentraler Bestandteil. Das dreiwöchige Online-Intensivkursprogramm uni:fit bereitet angehende Erstsemesterstudierende fachübergreifend auf die mathematischen Anforderungen des Studiums vor. Mit einer Kombination aus Lernvideos, Übungsaufgaben und Online-Tutorien werden die vorhandenen Kenntnisse aus der Schulzeit gefestigt und im Hinblick auf die universitären Mathematikinhalte erweitert.
Die Online-Tutorien werden 2023 erstmals in drei verschiedenen Zeiträumen angeboten, um möglichst vielen angehenden Erstsemesterstudierenden die Teilnahme zu ermöglichen. In den drei Zeiträumen werden die gleichen Inhalte behandelt, sodass die Teilnehmenden flexibel einen der Zeiträume auswählen und/oder einzelne Inhalte zu einem späteren Zeitpunkt wiederholen können.
Das Angebot ist kostenlos und richtet sich an alle Studieninteressierten, die ein mathematisch-orientiertes Fach studieren möchten – dazu zählen neben der Mathematik und den Naturwissenschaften auch die Informatik sowie die Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften. Die Teilnahme an uni:fit bietet eine gute Grundlage für die fachspezifischen Vorkurse der einzelnen Fakultäten.
Termine für die Online-Tutorien:
12. – 30. Juni 2023
10. – 28. Juli 2023
21. August – 8. September 2023
 
Weitere Informationen und Anmeldung: www.uni-hannover.de/unifit.

30.05.2023: Stottern ganzheitlich begegnen

Stotternde Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 30 Jahren können sich zum Sommercamp der Abteilung Sprach-Pädagogik und -Therapie der Leibniz Universität Hannover (LUH) anmelden. Das Camp findet vom 7. bis 16. Juli 2023 in der Nähe des Steinhuder Meeres (Niedersachsen) statt und wird von fachkundigen Therapeutinnen und Therapeuten sowie Studierenden der LUH begleitet. Es sind noch Restplätze vorhanden. Die Unterkunftskosten sind privat zu tragen, die Therapiekosten können über eine Heilmittelverordnung abgerechnet werden.
Oft ist der Leidensdruck stotternder Jugendlicher und junger Erwachsener groß, eine logopädische Behandlung einmal pro Woche aber nicht immer zielführend, da der Dialog dort meist nur mit einer einzelnen Person stattfindet. Deshalb veranstaltet die Abteilung Sprach-Pädagogik und -Therapie des Instituts für Sonderpädagogik der LUH seit 20 Jahren das „Sommercamp für stotternde Jugendliche und junge Erwachsene“. Die Intensivtherapie kombiniert etablierte Methoden und zielt basierend auf der natürlichen Ruheatmung auf ein entspanntes Sprechen ab. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Veränderung des eigenen Umgangs und die Sicht auf das Stottern. Das zehntägige Camp steht unter dem Motto „voneinander lernen – miteinander lernen“.

30.05.2023: Gründen im ehemaligen Kaufhaus: leanlab 2023 – in 48 Stunden von der Idee zum Geschäftsmodell

Vom 2. bis 4. Juni findet in Hannover das Startup-Wochenende leanlab 2023 statt. Das Besondere daran ist nicht nur der Veranstaltungsort im neu eröffneten aufhof im ehemaligen Kaufhaus in der Seilwinderstraße 8, sondern das Format selbst: Kreative und Gründungsinteressierte entwickeln gemeinsam aus Ideen in nur 48 Stunden ein Geschäftsmodell.
Das leanlab wird seit 2014 jährlich von hannoverimpuls, NEXSTER und starting business durchgeführt. Hier treffen Studierende aus Tech, Design und Business auf Startup-Coaches, Unternehmer*innen und unterstützende Organisatoren. Spannende Impulse gibt es dabei von Expert*innen, die in der Gründungsszene schon viel bewegt haben. Mit dabei sind unter anderen Ijad Madisch, CEO von ResearchGate, einem Netzwerk für Wissenschaftler*innen mit über 25 Millionen Nutzenden, Christoph Sollich alias „The Pitch Doctor“, der bereits unzählige Startups betreut hat, oder auch Startup-Impuls Gewinner*innen Stephanie Pfeil-Coenen und Alina Eilers mit dem ersten veganen Schwangerschaftstest. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Coaches, die für professionelle Unterstützung an diesem Wochenende sorgen.
„Jedes Jahr entstehen im leanlab tolle Ideen, die das Zeug zum Startup haben“, freut sich Doris Petersen, Geschäftsführerin der hannoverimpuls GmbH. Eins der Teams, die sich hier gefunden haben, gründete im Nachgang die SMAVOO GmbH, die mittlerweile mit automatischer Materialnachschubsteuerung für Produktion und Logistik erfolgreich am Markt ist.
Das Programm im leanlab ist sportlich: Los geht es am späten Freitagnachmittag mit den ersten Vorstellungen und Teamzusammenstellungen. Am Samstag wird von früh bis spät mit Unterstützung an Ideen gefeilt, die am Sonntagnachmittag vor einer Jury präsentiert werden. Zur Jury zählen Mehrfachgründerin Fatime Cetinkaya, Mark Junker, der viele Startups in der ganzen Welt verkauft hat, Hafven-Geschäftsführerin Karen Klauke und Robotik-Experte Prof. Tobias Ortmaier.
Die Teilnahme am leanlab 2023 kostet für Studierende 29,00 Euro, für alle anderen 49,00 Euro. Wer möchte, kann kostenlos an der Abschlusspräsentation am Sonntag teilnehmen. Alle Informationen und Tickets gibt es unter www.leanlab.de.

17.05.2023: Mangel weckt den Appetit auf Fleisch

Das Haken- oder Dreifaltigblatt – mit wissenschaftlichem Namen Triphyophyllum peltatum genannt – ist eine einzigartige Pflanze. Beheimatet in den Tropen Westafrikas, ist die Lianenart aufgrund ihrer Inhaltsstoffe für die medizinisch-pharmazeutische Forschung von großem Interesse: Diese zeigen im Labor vielversprechende medizinisch nutzbare Aktivitäten unter anderem gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs und Leukämiezellen sowie gegen die Erreger von Malaria und anderen Krankheiten.
Interessant ist das Hakenblatt allerdings auch aus Sicht der Botanik: Triphyophyllum peltatum ist die einzig bekannte Pflanze weltweit, die sich unter bestimmten Umständen zum Fleischfresser entwickeln kann – von Karnivoren spricht die Wissenschaft in diesem Fall. Auf ihrem Speiseplan stehen dann kleine Insekten, die sie mit Hilfe von Klebfallen in Form von Sekrettropfen festhalten und mit speziellen Enzymen verdauen kann.
Das Haken- oder Dreifaltigblatt – mit wissenschaftlichem Namen Triphyophyllum peltatum genannt – ist eine einzigartige Pflanze. Beheimatet in den Tropen Westafrikas, ist die Lianenart aufgrund ihrer Inhaltsstoffe für die medizinisch-pharmazeutische Forschung von großem Interesse: Diese zeigen im Labor vielversprechende medizinisch nutzbare Aktivitäten unter anderem gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs und Leukämiezellen sowie gegen die Erreger von Malaria und anderen Krankheiten.
Interessant ist das Hakenblatt allerdings auch aus Sicht der Botanik: Triphyophyllum peltatum ist die einzig bekannte Pflanze weltweit, die sich unter bestimmten Umständen zum Fleischfresser entwickeln kann – von Karnivoren spricht die Wissenschaft in diesem Fall. Auf ihrem Speiseplan stehen dann kleine Insekten, die sie mit Hilfe von Klebfallen in Form von Sekrettropfen festhalten und mit speziellen Enzymen verdauen kann.
Welcher Auslöser die Pflanze zum Fleischfresser macht, war bisher unbekannt. Ein Grund dafür war unter anderem die Tatsache, dass Triphyophyllum peltatum als sehr schwierig zu kultivieren galt und deshalb die Bildung von Fangblättern nur schwer experimentell untersucht werden konnte. Dieses Problem haben jetzt Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Leibniz Universität Hannover (LUH) und der Julius-Maximilians-Universität Würzburg (JMU) gelöst. 
Ihnen ist es zunächst gelungen, das Hakenblatt im Gewächshaus des Botanischen Gartens Würzburg, dann auch in Hannover, zu kultivieren. Zudem gelang es, die Pflanze in großen Stückzahlen unter In-vitro-Bedingungen, das heißt in Kulturgefäßen auf wohldefinierten Nährmedien, zu vermehren.
Daran beteiligt waren Professorin Traud Winkelmann vom Institut für Gartenbauliche Produktionssysteme der Universität Hannover und ihre Kollegin Anne Herwig vom Institut für Bodenkunde der LUH sowie die Würzburger Professoren Gerhard Bringmann (Institut für Organische Chemie) und Rainer Hedrich (Julius-von-Sachs-Institut für Biowissenschaften).
Was jedoch noch bedeutsamer ist: Mit Hilfe dieser Pflanzen konnte das Forschungsteam den Faktor identifizieren, der die Verwandlung zum Fleischfresser in Gang setzt. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen hat das Team jetzt in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift New Phytologist veröffentlicht. 
„Wir haben die Pflanze verschiedenen Stressfaktoren, darunter Mangel an verschiedenen Nährstoffen, ausgesetzt und untersucht, wie sie jeweils darauf reagiert. Nur in einem Fall konnten wir die Bildung von Fallen beobachten: bei einem Mangel an Phosphor“, fasst Traud Winkelmann das zentrale Ergebnis der Studie zusammen. Tatsächlich reiche bereits ein stark reduziertes Angebot an Phosphor aus, um die Entwicklung zur fleischfressenden Pflanze in Gang zu setzen, so die Wissenschaftlerin.
An ihrem ursprünglichen Standort in afrikanischen Tropenwäldern auf nährstoffarmen Böden kann Triphyophyllum peltatum somit einer drohenden Mangelernährung ausweichen, indem die Pflanze Fallen bildet und über die Verdauung ihrer Insektenbeute an das wichtige Nährelement kommt. „Diese neuen Erkenntnisse sind ein Durchbruch, weil sie zukünftige molekulare Analysen erlauben, die die Ursprünge der Karnivorie verstehen helfen“, sind die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler überzeugt.

15.05.2023: CHE Hochschulranking: Spitzennoten für Wirtschaftswissenschaften und Rechtswissenschaften

Die wirtschafts- und rechtswissenschaftlichen Studiengänge an der Leibniz Universität Hannover (LUH) konnten im aktuellen CHE Hochschulranking eine hervorragende Bilanz erzielen. Die Ergebnisse des Rankings erscheinen heute im ZEIT Studienführer 2023/24 sowie unter heystudium.de/ranking. Die Fächer Wirtschaftswissenschaften, Wirtschaftsingenieurwesen und Rechtswissenschaften konnten sich in zahlreichen Kategorien in der Spitzengruppe positionieren. 
Im Ranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) beurteilen Studierende ihre Studienbedingungen an den Fakultäten. Zusätzlich werden Fakten zu Lehre und Forschung wie die Höhe der eingeworbenen Forschungsgelder oder die Ausstattung der Fakultät erfasst. Jedes Jahr wird ein Teil der Fächer neu bewertet. Für 2023 sind dies die Rechts- und Wirtschaftswissenschaften sowie die Soziale Arbeit, die aber nicht Teil des Lehrangebots an der LUH ist.
Ganz besonders zufrieden sind die Studierenden des Wirtschaftsingenieurwesens an der LUH. Sie geben ihrer Fakultät Bestnoten mit sehr hohen Punktzahlen bei der Unterstützung im Studium, der Betreuung durch Lehrende und für die Studienorganisation. Aber auch mit der IT-Infrastruktur, der räumlichen Ausstattung und der Bibliotheksausstattung sind sie hochzufrieden.
Das Fach Wirtschaftswissenschaften kann sich ebenfalls in mehreren Kategorien in der Spitzengruppe des Rankings positionieren. So werden etwa das Lehrangebot, die Unterstützung im Studium, die Studienorganisation und die Angebote zur Berufsorientierung als sehr gut bewertet. Das Fach Wirtschaftswissenschaften präsentiert sich zudem besonders forschungsstark. Es schneidet bei den Forschungsgeldern pro Wissenschaftler/-in und den Promotionen pro Professor/-in hervorragend ab.
Auch die Studierenden der Rechtswissenschaften an der LUH stellen ihrer Fakultät ein gutes Zeugnis aus. Bei den Studierendenurteilen landet das Fach bei der Studienorganisation, der Betreuung durch Lehrende, der allgemeinen Studiensituation und beim Lehrangebot in der Spitzengruppe. Außerdem zeigt der Faktencheck, dass die Examensvorbereitung im Fach Jura an der LUH überdurchschnittlich gut ist. In allen drei bewerteten Studiengängen fühlen sich die Studierenden zudem bei der Planung und Durchführung eines Auslandsstudiums sehr gut unterstützt.
Im CHE Hochschulranking werden insgesamt mehr als 300 Universitäten und Fachhochschulen im deutschsprachigen Raum untersucht. Es ist mit rund 120.000 befragten Studierenden der umfassendste und detaillierteste Hochschulvergleich im deutschsprachigen Raum. Alle Ergebnisse und weitere Informationen sind unter heystudium.de/ranking zu finden. Der ZEIT Studienführer 2023/24 ist für 11,95 Euro im Handel oder unter www.zeit.de/studienfuehrer erhältlich.


15.05.2023: Organisierte Halbbildung. Studieren 20 Jahre nach der Bologna-Reform

Die Bologna-Reform hat das Studieren fundamental verändert. Doch seit dem Scheitern anfänglicher Proteste von Studierenden sind kritische Stimmen beinahe verstummt. Wir wollen das wieder ändern. Wir sind ein Arbeitszusammenhang, der sich – gefördert durch die Goethe-Universität – unter dem Schlagwort Organisierte Halbbildung kritisch mit der
neoliberalen Umstrukturierung der Hochschulen in Folge der Bologna-Reform auseinandersetzt. Unser Interesse setzt dort an, wo wir als Studierende situiert sind und unser Lebensmittelpunkt liegt: an der Universität.
„Partys, Freizeit, selbstbestimmt leben und lernen. Das sind Bilder, die Menschen oft über das Studieren im Kopf haben. Die Realität sieht anders aus:  Überfüllte Seminare, kleinteilige und undurchsichtige Prüfungsordnungen, eine abstrus kurze Regelstudienzeit, mangelhafte Betreuung durch Lehrende, unterfinanzierte Fachbereiche.“, sagt Moritz Richter und fügt hinzu: „Und die Party fällt flach, weil man Freitag nach einer langen Uni-Woche arbeiten muss, um das Studium zu finanzieren.“
Als Ursache für die prekären Studienbedingungen und die Probleme im Universitätsbetrieb wird in kritischen Auseinandersetzungen die Bologna-Reform ausgemacht. Doch was ist im Zuge von Bologna eigentlich geschehen und welche Konsequenzen hat diese Reform für unser Studium heute, 20 Jahre nach ihrer Implementierung? Dies wollen wir durch den Sammelband, für den wir nun den Call for Paper veröffentlichen, herausfinden. „Dabei liegt dem Sammelband unsere titelgebende Diagnose zugrunde: Das aktuelle Universitätssystem produziert lediglich Organisierte Halbbildung – eine entfremdete Form der Bildung, die auf zweckrationale Kalküle ausgerichtet ist und nach marktkonformen Logiken operiert.“, sagt Lukas Geisler. „Der Begriff der Halbbildung entstammt Theodor W. Adornos 1959 verfassten Text Theorie der Halbbildung. Die Bologna-Reform hat diese Form der Bildung politisch und institutionell organisiert und in die Grundfesten der Hochschulen eingeschrieben.“
Als Autor*innen für die Beiträge stellen wir uns Studierende vor, deren Perspektiven durch Personen aus Wissenschaft und Öffentlichkeit über disziplinäre Grenzen hinweg ergänzt werden sollen. Clara Gutjahr betont: „Wichtig ist uns dabei, Positionen und Stimmen zu Wort kommen zu lassen, die in bisherigen Debatten benachteiligt wurden, deren Einsichten jedoch entscheidend für eine umfassende Analyse und Kritik sind.“
„Um gerade dem individuellen und situierten Wissen und Erleben von Personen im Universitätssystem gerecht zu werden, sollen verschiedene Textformen wie journalistische Essays, Reportagen, Erfahrungsberichte anekdotisch oder aus der Ich-Perspektive, Interviews oder Gespräche sowie wissenschaftliche Beiträge im Buch nebeneinander zu finden sein.“, erklärt Lisa Marie Münster.
David Morley definiert das Ziel des Sammelbandes folgendermaßen: „Herauskommen soll ein Buch für den unentwegten Widerstand gegen die neoliberale Universität, das den Lesenden das Werkzeug an die Hand gibt, um der Organisierten Halbbildung etwas entgegenzusetzen.“ Der Sammelband Organisierte Halbbildung wird Anfang 2024 bei Transcript erscheinen.

Wenn Interesse an der Anfertigung eines Beitrags (oder mehrerer) zum Sammelband besteht, dann sende bitte ein Exposé zu der Idee per Mail an organisierte-halbbildung@posteo.de bis zum 04. Juni 2023. Das Exposé sollte mindestens eine halbe Seite lang sein und zwei Seiten nicht überschreiten. Die Beiträge sollen in ihrer finalen Version zwischen 8.000 und 30.000 Zeichen (inkl. Leerzeichen) lang sein und bis zum 03. September 2023 bei uns eingereicht werden. Mehr Infos auf https://organisiertehalbbildung.org/.

08.05.2023: FOM Absolvent gewinnt Preis für Abschlussarbeit

FOM Absolvent Hendrik Oertzen aus Hannover gewinnt den VPH-Förderpreis. Er ist einer von insgesamt drei Preisträgern. Der Preis wird in diesem Jahr zum neunten Mal durch den Verband der Privaten Hochschulen in Berlin verliehen. Das Leitthema lautete „Sicherheit in der Wirtschaft und Gesellschaft (auf digitaler Ebene) – Möglichkeiten und Grenzen“. Hendrik Oertzen studierte „Wirtschaftsinformatik (B.Sc.)“ an der FOM Hochschule in Hannover und schrieb seine Bachelor-Thesis über das Unfallrisiko der Ablösung von Rädern an LKW oder Bussen. Der 39-jährige FOM Absolvent erhält für seine herausragende Thesis eine Prämie von 5.000 Euro.
Die Ablösung von LKW- oder Busrädern kann zu schweren Unfällen mit verletzten Personen führen. Zur Vermeidung solcher Unfälle wird empfohlen, die Radmuttern manuell zu kontrollieren. Die Prüfung erfordert jedoch einen hohen Wartungsaufwand, der mit Hendrik Oertzens Idee minimiert werden kann. In seiner Bachelor-Thesis mit dem Titel „Senkung des Unfallrisikos eines ÖPNV-Unternehmens durch den Einsatz künstlicher Intelligenz“ schlägt er eine Lösung vor.
Er entwickelte ein automatisiertes Vorgehen für das Unternehmen regiobus Hannover, das auf künstlicher Intelligenz basiert. So soll durch eine Bilderkennung von stationären Kameras das Fehlerrisiko durch maschinelle Erkennung minimiert werden. Die künstliche Intelligenz von Hendrik Oertzen kann anhand der Stellung der Radmuttern erkennen, ob die Räder lose sind. 
Doch wie kam der FOM Absolvent auf das Thema? „Ich war viele Jahre in der ÖPNV-Branche tätig und hatte regelmäßigen Austausch mit Kollegen und Kolleginnen aus allen Gewerken. In Gesprächen mit dem Fuhrparkleiter und den Werkstattkollegen habe ich erfahren, dass der Vorsorge- und Kontrollaufwand für die Sicherung der Busreifen sehr hoch ist und die Frage aufgenommen, ob dies automatisierbar sei.“ Da er grundsätzlich Interesse hatte, ein KI-Projekt zu machen, das er selbst programmiert und seine Bachelor-Arbeit einen praktischen Bezug haben sollte, hat er sich für die Erstellung dieses Prototypens entschieden.
Kevin Riebandt und Prof. Dr. -Ing. Stephan Kluth waren Betreuer der Thesis und ihr Urteil fiel durchweg positiv aus: Hendrik Oertzens Arbeit stelle einen herausragenden Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit einer wichtigen Wirtschaftsbranche dar. „In der Arbeit von Herrn Oertzen wurde ein konkretes technisches Problem adressiert und dieses mit Hilfe von KI-Technologie angegangen. In seinem technischen Prototypen, welcher mit viel Aufwand erstellt und trainiert wurde, zeigt Herr Oertzen die Machbarkeit der Umsetzung und somit einen interessanten sicherheitsrelevanten Anwendungsfall für künstliche Intelligenz“, so Prof. Dr. -Ing. Stephan Kluth.
Der Verband der Privaten Hochschulen e.V. (VPH) setzt sich für die Interessen Privater Hochschulen in Deutschland ein. Mit dem Förderpreis, der jährlich verliehen wird, zeichnet der VPH besonders qualifizierte Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen aus. Die vergebenen Preisgelder sollen für die Weiterbildung der Preisträger eingesetzt werden. Die ausgezeichneten Arbeiten von den rund 83 Mitgliedhochschulen wurden alle im Vorfeld mit „sehr gut“ von ihren Betreuern bewertet.

 

08.05.2023: ABInsSTUDIUM 2023 – der StudiTalk: Online-Infowoche zum Studienangebot

Wie soll es für mich nach dem Abitur weitergehen? Was möchte ich studieren? Was verbirgt sich hinter den verschiedenen Studiengängen, und wie komme ich zu einer guten Entscheidung? Antworten auf diese Fragen bekommen Schülerinnen und Schüler ab Klasse 11 und alle weiteren Studieninteressierten bei ABInsSTUDIUM – der StudiTalk an der Leibniz Universität Hannover (LUH).
Vom 22. bis 26. Mai 2023 gibt die Inforeihe Einblicke in die Bachelor-Studiengänge der LUH, der Medizinischen Hochschule Hannover und der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover sowie viele Informationen rund um Studienwahl und Bewerbung. Das Besondere: Studierende stellen Ihre Studiengänge in StudiTalks vor und stehen für Fragen rund um ihr Studium zur Verfügung. So erhalten Studieninteressierte authentische Einblicke in den Studienalltag sowie Infos und Eindrücke aus erster Hand. Zudem bietet die Zentrale Studienberatung ergänzende Vorträge zu wichtigen Themen rund um Studienbewerbung, Finanzierung und Entscheidungsfragen an. Alle Veranstaltungen finden online statt. Zusätzlich ist auch eine Teilnahme vor Ort möglich, um nach dem Livestreaming zum Beispiel persönliche Gespräche mit Studierenden zu führen. Dafür ist eine Anmeldung per E-Mail erforderlich.
Alle weiteren Infos und Programmübersicht unter: www.uni-hannover.de/abinsstudium.

05.05.2023: Vortragsreihe gegen die Klimalähmung

Fakultät für Architektur und Landschaft der Leibniz Universität Hannover lädt zur öffentlichen Diskussion über Klimathemen ein – Start am 8. Mai 2023. „Was uns Mut macht! Gegen die Klimalähmung“ lautet der Titel einer öffentlichen Diskussionsreihe an der Leibniz Universität Hannover (LUH). An sechs Terminen diskutieren Expertinnen und Experten aus Wissenschaft und Praxis Ideen und Ansätze, wie Klimaschutz und -anpassung positiv gedacht und umgesetzt werden können. Organisiert von der Fakultät für Architektur und Landschaft finden die Vorträge montags von 17.30 bis 19.30 Uhr statt im Hörsaal Kirchenkanzlei, Herrenhäuser Straße 2a in Hannover. Die Veranstaltungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltungen im Überblick:
8. Mai
Noch klimatisch optimistisch oder auch längst resigniert ?
Diskussion über die mentalen Aspekte des Klimawandels
Dr. Adrian Vargas Lopez (englischsprachig, Institut für Umweltplanung der LUH),
Dr. Monika Krimmer (Psychologists for future)

15. Mai
Das neue „Schön“
Diskussion über die Ästhetik der Klimaanpassung im urbanen Raum
Prof. Dr. Antje Backhaus (Institut für Landschaftsarchitektur der LUH),
Prof. Tobias Nolte (Institut für Gestaltung und Darstellung der LUH)

5. Juni
Es gibt sie, die guten Ideen!
Spannende Ansätze für klimawandelangepasste Landschaften und Gesellschaften
Prof. Dr. Martin Prominski (Institut für Freiraumplanung der LUH),
Prof. Stephan Lenzen (RMP Stephan Lenzen Landschaftsarchitekten und Vorsitzender des Bund Deutscher Landschaftsarchitekten),
Lioba Lissner (Hoch C Landschaftsarchitekten)

12. Juni
Global – Lokal
Wie sehen die internationalen Antworten auf die Klimakrise aus?
Prof. Christian Werthmann (Institut für Landschaftsarchitektur der LUH),
Ass. Professor Ole Fryd, Phd (englischsprachig, Urban and Environmental Planning, Universität Kopenhagen), Prof. Dr. Jochen Hack (Institut für Umweltplanung der LUH)

26. Juni
Lokal – Global
Wie sehen die regionalen Antworten auf die Klimakrise aus?
Lena Hübsch (Niedersächsisches Kompetenzzentrum Klimawandel),
Prof. Dr. Bettina Oppermann (Institut für Freiraumentwicklung der LUH),
Prof. Dr. Henning Austmann (Hochschule Hannover)

10. Juli
Und nun?
Wie lassen sich Klimaschutz und entsprechende Verhaltensänderungen in der Breite erreichen?
Prof. Dr. Ann-Kathrin Koessler (Institut für Umweltplanung der LUH),
Marcel Cardinali (Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe)

21.11.2023: Viel zitierte Forschende aus Hannover

Sie gehören – laut Clarivate‘s „Highly Cited Researchers“-Liste – erneut zu dem weltweit einflussreichsten Prozent ihres Faches: Prof. Dr. Nadja Kabisch und Prof. Dr. Jürgen Caro von der Leibniz Universität Hannover (LUH). Als Maßstab gilt dabei die Häufigkeit, mit der wissenschaftliche Publikationen von anderen Forschenden in den vergangenen elf Jahren zitiert wurden. Die Bewertung erfolgt in 20 Disziplinen der Natur- und Sozialwissenschaften sowie in der bereichsübergreifenden Kategorie „Cross-Field“. 
Prof. Dr. Nadja Kabisch ist seit 2022 Professorin für Digitale Landschaftsökologie am Institut für Physische Geographie und Landschaftsökologie der LUH. Sie war bereits 2020, 2021 und 2022 in den Kategorien „Cross-Field“ bzw. „Social Sciences“ in der Liste vertreten und wurde 2023 erneut in der Kategorie „Social Sciences“ ausgezeichnet. Weitere Informationen zu ihrer Forschung und zu Publikationen: https://www.phygeo.uni-hannover.de/de/nadja-kabisch.
Prof. Dr. Jürgen Caro a.D. hat seit 2001 am Institut für Physikalische Chemie und Elektrochemie der LUH geforscht und gelehrt. Seit 2020 ist er Full Professor an der South China University of Technology in Guangzhou (China) und nimmt noch Lehre an der LUH wahr. Caro war bereits 2021 und 2022 in der Kategorie „Cross-Field“ auf der Liste der „Highly Cited Researchers“ geführt, dieses Jahr ist er in der Kategorie „Chemistry“ vertreten. Weitere Informationen zu seiner Forschung und zu Publikationen: https://www.pci.uni-hannover.de/de/forschung/arbeitsgruppen/ag-caro.
Die Liste wird jährlich durch Clarivate Analytics basierend auf Angaben der Publikationsdatenbank „Web of Science“ herausgegeben und enthält dieses Jahr mehr als 6.800 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus 67 Ländern. Deutschland belegt den weltweit vierten Platz mit 336 gelisteten Forscherinnen und Forschern hinter den USA, China und dem Vereinigten Königreich. 
Die gesamte „Highly Cited Researchers“-Liste: https://clarivate.com/highly-cited-researchers/.

21.11.2023: Dunkle Materie, Schwarze Löcher und die Geburt neuer Sterne

Die Leibniz Universität Hannover (LUH) lädt im Rahmen der Leibniz Campus Lecture ein zum öffentlichen Vortrag „Dunkle Materie, Schwarze Löcher und die Geburt neuer Sterne. Wie uns das James-Webb-Weltraumteleskop in die Frühzeit des Universums blicken lässt“. Referent ist Prof. Dr. Günther Hasinger, designierter Gründungsdirektor des Deutschen Zentrums für Astrophysik (Görlitz), Universitätsprofessor an der TU Dresden sowie leitender Wissenschaftler am DESY Zeuthen. Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Michèle Heurs vom Institut für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover. Begrüßen wird Universitätspräsident Prof. Dr. Volker Epping.
Die Leibniz Campus Lecture findet statt am Donnerstag, den 29. November 2023, um 18 Uhr im Lichthof des Hauptgebäudes der Leibniz Universität Hannover (Welfengarten 1, 30167 Hannover). Die Veranstaltung ist öffentlich, der Eintritt ist frei. Um Anmeldung wird gebeten unter: www.uni-hannover.de/lcl-anmeldung 
Schwarze Löcher gehören zu den geheimnisvollsten Objekten des Universums. Zahlreiche Entdeckungen der letzten Jahre geben der Wissenschaft immer wieder neue Rätsel auf: Schwarze Löcher aus der Frühzeit des Universums ebenso wie Galaxien mit erstaunlich großen Schwarzen Löchern im Zentrum. Viele der beobachteten Phänomene widersprechen dem bisherigen Verständnis der Kosmologie. Eine Erklärung könnten urzeitliche Schwarze Löcher sein, die kurz nach dem Urknall entstanden sind. Die Leibniz Campus Lecture beleuchtet die kosmologische Entwicklung Schwarzer Löcher, die Natur der Dunklen Materie und welchen Beitrag das James-Webb-Weltraumteleskop zu ihrer Erforschung leisten kann.
Prof. Dr. Günther Hasinger, designierter Gründungsdirektor des Deutschen Zentrums für Astrophysik, ist ein weltweit führender Röntgen-Astronom. Er war Direktor des Leibniz-Instituts für Astrophysik, Potsdam, der Max-Planck-Institute für extraterrestrische Physik und für Plasmaphysik, des Astronomischen Instituts der Universität Hawaii sowie Wissenschaftsdirektor der Europäischen Raumfahrtagentur. Schwerpunkt seiner Forschung ist unter anderem die kosmologische Entwicklung Schwarzer Löcher sowie die Natur der Dunklen Materie. Hasinger ist Autor des preisgekrönten Buches „Das Schicksal des Universums“, das Astrophysik und Kosmologie einem breiteren Publikum erklärt.

21.11.2023: Neues Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in der Medizin

Eine verbesserte Gesundheitsversorgung und eine Stärkung von personalisierter Medizin: In Niedersachsen entsteht ein neues Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (KI) und kausale Methoden in der Medizin (CAIMed - Lower Saxony Center for Artificial Intelligence and Causal Methods in Medicine). Forschende der Informatik und Medizin aus Hannover, Göttingen und Braunschweig entwickeln darin innovative Methoden und Anwendungen der Künstlichen Intelligenz. Das Ministerium für Wissenschaft und Kultur und die VolkswagenStiftung stellen dafür in den nächsten fünf Jahren 15 Millionen Euro aus dem gemeinsamen Programm „zukunft.niedersachsen“ bereit. Die Sprecherfunktion hat Prof. Dr. Wolfgang Nejdl vom Forschungszentrum L3S an der Leibniz Universität Hannover (LUH) übernommen.
Mit der Digitalisierung der Lebenswissenschaften ergeben sich gänzlich neue Potenziale zur Bewältigung von Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und neurodegenerativen Erkrankungen wie z.B. Alzheimer. Das Zentrum setzt daher auf die Verknüpfung von Forschungsdaten, klinischen Daten und Daten der Patientenversorgung, den Einsatz von Künstlicher Intelligenz und kausalen Methoden in der Medizin. Kausale Methoden ermöglichen es, den Zusammenhang von Ursache und Wirkung einer Krankheit zu untersuchen. Dadurch können Vorsorge, Diagnostik, Therapie und die Überwachung des Behandlungserfolgs wirkungsvoller und effizienter werden und die individuellen Bedarfe jedes einzelnen Menschen besser ermittelt und bedient werden. Die Forschenden konzentrieren sich dabei auf die medizinischen Schwerpunkte Onkologie, Herz-Kreislauf- und Lungenmedizin sowie Infektionsmedizin. 
„Mit CAIMed setzt die niedersächsische Forschung die erforderliche fach- und methodenübergreifende Vernetzung ihrer Forschungsaktivitäten konsequent fort und führt die starken lebens- und datenwissenschaftlichen Kompetenzen in der Metropolregion Hannover-Braunschweig-Göttingen-Wolfsburg enger zusammen. Durch Methoden der Künstlichen Intelligenz und des Maschinellen Lernens sollen hier neue Impulse für eine moderne, zunehmend personalisierte Medizin gesetzt werden, um insbesondere Patientinnen und Patienten, die unter einer der Volkskrankheiten leiden, neue Heilungsperspektiven zu eröffnen,“ sagt Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur. 
„Wenn wir die Chancen der künstlichen Intelligenz nutzen wollen, müssen wir die Technologien beherrschen und weiterentwickeln. Der CAIMed-Verbund bringt dazu die Expertise von unterschiedlichen Standorten zusammen. Gemeinsam können wir es schaffen, Niedersachsen sichtbar auf der Landkarte der KI-Forschung zu platzieren und so Talente aus aller Welt für uns zu gewinnen", sagt der Generalsekretär der VolkswagenStiftung, Dr. Georg Schütte. 
Der Sprecher von CAIMed, Prof. Dr. Wolfgang Nejdl (LUH) ergänzt: „Im niedersächsischen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und kausale Methoden in der Medizin entwickeln wir innovative Methoden für eine verbesserte und personalisierte Gesundheitsversorgung. Damit liefern wir Lösungen für globale Herausforderungen. Indem wir exzellente niedersächsische Standorte der methodischen KI-Forschung, datenintensiven Medizin, Medizininformatik und medizinischen Grundlagenforschung vernetzen und stärken, entsteht ein einzigartiger Leuchtturm für die Forschung zur Künstlichen Intelligenz und personalisierten Medizin.“
„Neben der Entwicklung von Methoden der Künstlichen Intelligenz steht für uns der Transfer in die klinische Anwendung im Fokus. Ziel unserer Forschungstätigkeiten ist es, mit Hilfe von KI die Entscheidungsfindung und Therapie in der Behandlung von Patientinnen und Patienten zu verbessen. Damit wird die Leistungsfähigkeit unseres Gesundheitssystems in Zukunft maßgeblich erhöht“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Brück, Sprecher des Vorstands der Universitätsmedizin Göttingen.
Das Zentrum wird getragen durch Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungszentrums L3S an der LUH, der Medizinischen Hochschule Hannover, dem Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung Braunschweig / Center for Individualized Infection Medicine (CiiM) sowie der Georg-August-Universität Göttingen / Campus Institut Data Science (CIDAS) und der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). 
Weiterführende Informationen gibt es unter: www.caimed.de.

21.11.2023: Humboldt-Ranking 2023: Leibniz Universität Hannover deutschlandweit auf Platz 11

Forschungsstipendiatinnen und –stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung wählen sich ihre deutsche Gastuniversität in Kooperation mit der Institution ihrer Wahl selber aus. Das Humboldt-Ranking wertet die Gastaufenthalte von Geförderten der Stiftung aus, gilt also als wichtiger Indikator dafür, wohin es internationale Forschende zieht. Die Leibniz Universität Hannover (LUH) kann sich über ein sehr gutes Ergebnis im aktuellen Ranking freuen: Sie platziert sich auf Platz 11 von allen im Ranking erfassten deutschen Hochschulen (insgesamt 130). 
Insgesamt 85 Stipendiatinnen und Stipendiaten der Humboldt-Stiftung forschten in den vergangenen fünf Jahren an der LUH. Rein auf die Ingenieurwissenschaften bezogen, landet die LUH sogar auf Platz 4. Das Ranking differenziert die Rangplätze auch nach Wissenschaftsbereichen.
Die Alexander von Humboldt-Stiftung ermöglicht jährlich mehr als 2.000 Forschenden aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Für ihr Humboldt-Ranking 2023 wertete sie die gewählten Forschungsstandorte von 6.480 internationalen Forschenden aus, die mit Stipendien oder Preisen der Stiftung zwischen 2018 und 2022 nach Deutschland kamen. Um statistische Verzerrungen durch die unterschiedlichen Größen der Gastinstitutionen zu vermeiden, setzt das Ranking die Aufenthalte in Bezug zur Zahl der Professuren an der jeweiligen Hochschule. Das Humboldt-Ranking wird separat für die Gruppe der Hochschulen sowie die Gruppe der außeruniversitären Forschungseinrichtungen und sonstigen Einrichtungen erstellt.

12.01.2024: Präsident gibt Einblick in die Entwicklung der Leibniz Universität Hannover

Während des Neujahrsempfangs der Leibniz Universität Hannover (LUH) am Donnerstag, 11. Januar 2024, gab Präsident Prof. Dr. Volker Epping Einblicke in die Themen, die die Universität besonders bewegen. Der Neujahrsempfang ist eine Netzwerkveranstaltung mit dem Ziel den Austausch von Wissenschaft, Wirtschaft und Politik zu stärken; rund 400 Gäste waren der Einladung in den Lichthof im Hauptgebäude der LUH gefolgt – nach der pandemiebedingten Unterbrechung seit 2020 erstmals wieder in Präsenz.
In seiner Rede ging der Universitätspräsident zunächst auf eine zum 1. Januar 2024 erfolgte Änderung ein: Die LUH ist nicht mehr in unmittelbarer Trägerschaft des Landes, sondern in Trägerschaft der Stiftung Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, einer Stiftung des öffentlichen Rechts. „Diese Überführung ist für uns ein Gewinn!“, sagte Epping und hob hervor: „Wir können unsere Zukunft selbstbestimmter gestalten.
Seinen Rückblick auf 2023 begann Epping mit den Bauvorhaben, in denen sich die Erfolge in Forschung und Lehre sichtbar manifestieren, so der Präsident. Exemplarisch nannte er drei Forschungsbauten, die wettbewerblich eingeworben wurden: Der Forschungsbau SCALE auf dem Campus Maschinenbau in Garbsen ist auf der Zielgeraden der Fertigstellung. Für den Forschungsbau Forum Wissenschaftsreflexion wurde im Juli 2023 in der Nordstadt der Grundstein gelegt. Und für den Forschungsneubau OPTICUM haben im Wissenschaftspark Marienwerder im Herbst 2023 die Arbeiten begonnen. „Wir sind sehr stolz, dass wir im Wettbewerb um die Förderung von Forschungsbauten seit Jahren immer unter den Top 3 in Deutschland rangieren“, sagte Epping.
Als weitere Baumaßnahmen stellte Epping den „Großen Wellenströmungskanal“ in Marienwerder vor, dessen Erweiterung im Sommer 2023 eingeweiht werden konnte. Im November wurde zudem in der Nordstadt der Campus Lehrkräftebildung eröffnet, der vor allem den über 5.000 Studierenden im Lehramt eine Heimat gibt. Ab Ende 2024 sollen die Bauarbeiten beginnen für einen Neubau „Digital Innovation Campus“ auf dem Areal Schneiderberg/Appelstraße in der Nordstadt – hierbei handelt es sich um ein Institutsgebäude für die Informatik mit den Schwerpunkten Künstliche Intelligenz und IT-Sicherheit.
Die Freude über die Forschungsbauten sei jedoch nicht ungetrübt, betonte Epping: „Wir haben im Gebäudebestand einen nach wie vor hohen Sanierungsstau, der sich mittlerweile auf über eine halbe Milliarde Euro beläuft, Tendenz steigend. Die Mittel für den Bauunterhalt sowie dringendste Sanierungsmaßnahmen sind nicht annähernd ausreichend.“ Das kürzlich gestärkte Förderprogramm zukunft.niedersachsen könne den Sanierungsstau, die im Bundesvergleich geringe Besoldung der Professorinnen und Professoren sowie die nicht ausreichende Grundfinanzierung nicht beseitigen – sind die Mittel doch an klare Vorgaben gebunden: keine auf Dauer angelegten Maßnahmen, Baumaßnahmen sind ausgeschlossen, der Förderhorizont ist auf fünf Jahre ausgelegt. „Die großen Finanzlöcher können nicht durch kosmetische und medienwirksame Maßnahmen kompensiert werden“, sage Epping und verdeutlichte: „Es nützen keine neuaufgelegten Fördermaßnahmen und Projektideen, wenn es gleichzeitig an der Universität durchs Dach regnet.“
Gleichzeitig stellt die LUH ihre Wettbewerbsfähigkeit in der Forschung auch im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder unter Beweis. Sie ist hier bereits jetzt mit den drei Exzellenzcluster PhoenixD, QuantumFrontiers und Hearing4all erfolgreich vertreten. Im Mai 2023 hat die LUH Antragsskizzen für drei weitere Exzellenzcluster eingereicht. Auf dieser Grundlage bereitet sich die Universität auch auf das kommende Bewerbungsverfahren um den Titel Exzellenzuniversität vor. „Die Exzellenzstrategie ist für uns vor allem auch ein Motor der inneruniversitären Entwicklung. Sie steigert die Qualität von Forschung und Lehre, sie stärkt die internationale Wettbewerbsfähigkeit und fördert die Schwerpunktsetzung“, so Epping.
Die komplette Neujahrsansprache auf http://go.lu-h.de/neujahr.

13.02.2024: Chipdesign Germany – Neues Netzwerk für Chipdesign in Deutschland

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert in einem neuen Format die Vernetzung und den Ausbau der Kompetenzen und Kapazitäten im Chipdesign, um die technologische Souveränität Deutschlands und Europas zu stärken – die LUH ist maßgeblich beteiligt.
Ob Autos, Mobiltelefone oder Waschmaschinen: Kein elektrisches Gerät kommt ohne integrierte Schaltung aus. Das Chipdesign ist der wesentliche Schritt, um Mikroelektronik für zukünftige Produkte und Anwendungen zu entwerfen. Vor diesem Hintergrund fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das neue Netzwerk „Chipdesign Germany“ im Rahmen der Designinitiative Mikroelektronik für drei Jahre mit vier Millionen Euro. Motivation ist die Überzeugung, dass sich über Kompetenz im Chipdesign die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken und technologische Souveränität in Europa gewinnen lassen.
Das Netzwerk „Chipdesign Germany“ bildet eine Plattform für den vorwettbewerblichen, offenen Austausch zwischen allen am Chipdesign beteiligten Akteuren. Es wird von den vier Kooperationspartnern edacentrum GmbH, Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland, der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau und der Leibniz Universität Hannover getragen.
Aufgabe des Netzwerks ist es, dem Chipdesign eine Stimme zu geben, um seine Bedeutung für Wirtschaft und Gesellschaft sichtbar zu machen. „Chipdesign Germany“ dient als zentrale Anlaufstelle zu diesem Thema in Deutschland und entwickelt und vernetzt Maßnahmen zur Aus- und Weiterbildung von Nachwuchskräften, zum Technologie-Monitoring, zur Unterstützung von Start-ups sowie kleinen und mittleren Unternehmen in der Mikroelektronik sowie der Wissenschaftskommunikation, um die Gesellschaft für das Thema zu sensibilisieren. Das Netzwerk berät das BMBF zu allen Fragen des Chipdesigns, der Positionierung Deutschlands in der Mikroelektronik und erarbeitet Handlungsempfehlungen für begleitende Programmforschung.
Das edacentrum ist eine unabhängige Instanz für Elektronik, Design und Anwendungen in Wirtschaft und Wissenschaft. Es gestaltet Forschung und Entwicklung für eine durchgängige Design-Methodik entlang der gesamten Wertschöpfungskette. In dieser Rolle ist das edacentrum anerkannter Innovationsbeschleuniger für die Mikroelektronikindustrie und deren Anwenderindustrien.
Das edacentrum initiiert, koordiniert und begleitet industriegeführte, öffentlich geförderte F&E-Projekte auf dem Gebiet EDA, sowohl im klassischen Sinn von „Electronic Design Automation“ als auch im Sinn von „Elektronik, Design und Anwendungen“ und bietet ein umfangreiches Spektrum an Dienstleistungen an.
Die Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) ist ein weltweit führender und standortübergreifender FuE-Zusammenschluss für die Mikro- und Nanoelektronik und bündelt das Know-how und die technologische Infrastruktur ihrer 13 kooperierenden Institute aus Fraunhofer-Gesellschaft und Leibniz-Gemeinschaft über ganz Deutschland hinweg. Als One-Stop-Shop bietet sie wissenschaftlich exzellente, anwendungsorientierte Technologien und Systemlösungen für eine zukunftsträchtige Mikroelektronik. Sie leistet damit einen entscheidenden Beitrag zur technologischen Souveränität Deutschlands und Europas. Von 2017 bis 2021 unterstützte das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Modernisierung der Forschungsinfrastruktur aller 13 beteiligten Institute. Mehr Informationen finden Sie unter www.forschungsfabrik-mikroelektronik.de. Besuchen Sie ebenfalls unseren virtuellen 3D-Showroom unter https://fmd-insight.de/showroom.
Seit 1. Januar 2023 bilden die Technische Universität Kaiserslautern und die Universität in Landau zusammen die Rheinland-Pfälzische Technische Universität Kaiserslautern-Landau. Mit über 20.000 Studierenden und mehr als 300 Professorinnen und Professoren ist die RPTU die zweitgrößte akademische Einrichtung des Landes. Als Ort internationaler Spitzenforschung und akademische Talentschmiede der Wirtschaft und Wissenschaft bietet die RPTU exzellente Studien- und Forschungsbedingungen sowie ein weltoffenes Umfeld. Die RPTU ist zudem Innovations- und Transferpartner für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.
Als eine der neun führenden technischen Universitäten in Deutschland mit mehr als 27.000 Studierenden und 86 Studiengängen sieht sich die Leibniz Universität Hannover in der Verantwortung, zur nachhaltigen, friedlichen und verantwortungsbewussten Lösung zentraler Zukunftsaufgaben beizutragen. Die Kompetenz hierfür erwächst aus dem breiten Fächerspektrum, das von den Ingenieur- und Naturwissenschaften über die Architektur und Umweltplanung, Rechts- und Wirtschaftswissenschaften bis hin zu forschungsstarken Sozial- und Geisteswissenschaften reicht.
Weitere Informationen auf https://www.chipdesign-germany.de/ & https://www.elektronikforschung.de/projekte/chipdesign-germany.

20.02.2024: Leibniz Universität Hannover und Leuphana erhalten rund 1,3 Millionen Euro für Recyclingforschung an Fahrzeugteilen

Haltegriffe, Kofferraumabdeckungen und Mittelkonsolen: Viele Fahrzeugteile sind aus Kunststoff gefertigt. Gegenüber Metall hat dies viele Vorteile – unter anderem ist Kunststoff deutlich leichter, was sich nicht zuletzt auf den Treibstoff- und Energieverbrauch von Autos positiv auswirkt. Die Entsorgung bzw. die Rückführung von Kunststoffen in den Wertstoffkreislauf gestaltet sich jedoch deutlich schwieriger, nicht zuletzt, weil die einzelnen Fahrzeugteile aus unterschiedlich zusammengesetzten Kunststoffkomponenten bestehen. 
Ein neues Forschungsvorhaben am IKK – Institut für Kunststoff- und Kreislauftechnik der Leibniz Universität Hannover (LUH) strebt unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Hans-Josef Endres erstmals einen Vergleich der gängigen Recycling-Methoden an. Die VolkswagenStiftung fördert das Projekt „REMOTIVE - Zirkularität mit recycelten und biogenen Rohstoffen“ vier Jahre lang mit insgesamt 1,3 Millionen Euro. Projektpartner sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vom Institut für nachhaltige Chemie (INSC), Leuphana Universität Lüneburg, unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Kümmerer.
Aktualität gewinnt das Forschungsvorhaben zudem durch die Pläne der Europäischen Union zu einer Verordnung, die die Verwertung von Altfahrzeugen neu regeln soll. Demnach sollen ab dem Jahr 2030 bei neuen Fahrzeugen mindestens 25 Prozent aller Kunststoffbauteile aus Rezyklat bestehen – davon sollen wiederum mindestens 25 Prozent aus Alt-Fahrzeugen stammen. Künftig bestehen also mehr als sechs Prozent aller Kunststoffbauteile eines Autos aus alten Automobilbauteilen.
Beim Recycling von Kunststoffen gibt es drei übergeordnete Verfahren: die chemischen, die lösungsmittelbasierten und die mechanischen. Allen drei Recyclingmethoden ist gleich, dass die Kunststoffe vorher möglichst sortenrein getrennt werden müssen, um qualitativ hochwertiges Rezyklat zu erhalten. Dies ist vergleichsweise aufwendig, aber notwendig, denn viele Bauteile, wie etwa eine Mittelkonsole, bestehen nicht nur aus unterschiedlichen Kunststoffen, sondern aus vielen verschiedenen Kunststoffkomponenten und zusätzlich noch aus anderen Materialien wie Metall, Faserverbundwerkstoffen oder Klebstoff. Da die Kunststoffe in Fahrzeugen meist schwarz sind, fällt eine Trennung per gängigen spektroskopischen Verfahren aus, denn aufgrund der eingesetzten Farbstoffe werden die Teile nicht richtig erfasst. Stattdessen ist eine Demontage von Hand notwendig, andernfalls kann es bei der Weiterverarbeitung leicht zu Schäden kommen – etwa durch metallische Kontaminationen wie Klammern, die das Spritzgießwerkzeug beschädigen oder aber auch durch die giftigen Dämpfe, die entstehen können, wenn bestimmte Kunststoffe wie Polyvinylchlorid (PVC) bei höherer Temperatur zusammen mit anderen Kunststoffen verarbeitet werden. 
REMOTIVE führt nun erstmals an automobilen Bauteilen einen Vergleich aller drei Recyclingmöglichkeiten durch, um unter anderem deren Effizienz und Effektivität, Umweltbilanz und Kosten gegenüberzustellen. Am IKK stehen mechanische Recyclingmethoden im Mittelpunkt, die im Wesentlichen auf der mehrstufigen Reinigung in einem sogenannten Recycling-Extruder und anschließender Weiterverarbeitung des so entstandenen Granulats für Spritzgießanwendungen basieren. Das Forschungsteam am INSC betrachtet nachhaltige und grüne Ansätze für chemische und lösungsmittelbasierte Verfahren. Das Ziel ist es, die Grenzen, Möglichkeiten und Synergien der Recyclingansätze zu untersuchen und daraus Erkenntnisse für ein funktionales Produktdesign abzuleiten, um in Zukunft ein optimiertes und nachhaltiges Recycling zu ermöglichen.
Weitere Informationen zum IKK gibt es unter https://www.ikk.uni-hannover.de/de/.
Die Volkswagenstiftung fördert REMOTIVE innerhalb des Profilbereichs Gesellschaftliche Transformation. In diesem Bereich geht es um Forschung, die mit unterschiedlicher Schwerpunktsetzung Wissensbestände zu Transformationsprozessen erweitert und kritisch reflektiert. 

20.02.2024: Ernährungsstudie untersucht schlechten Schlaf

Guter Schlaf ist wichtig für unsere Gesundheit, doch viele Menschen leiden unter Schlafstörungen. Diese können langfristig zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Gewichtszunahme und psychischen Störungen führen. Obwohl verschiedenen Nahrungsmitteln, wie zum Beispiel Safran, eine positive Wirkung auf den Schlaf nachgesagt wird, fehlt es an wissenschaftlichen Belegen. Das Institut für Lebensmittelwissenschaft und Humanernährung der Leibniz Universität Hannover (LUH) unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Hahn nimmt sich dieses Themas an. Im Rahmen einer vierwöchigen deutschlandweiten Studie soll die Wirkung von Safranpräparaten bei schlechtem Schlaf untersucht werden. Teilnehmen können Menschen im Alter von 18 bis 65 Jahren, die unter Schlafstörungen leiden und bereit sind, vier Wochen lang ein Safranpräparat einzunehmen. Die Schlafqualität wird mit Hilfe einer Sportuhr und von Fragebögen gemessen. 
Die Studienteilnehmer werden in drei Gruppen aufgeteilt: Die erste Gruppe erhält das Safranpräparat in niedriger Dosierung, die zweite Gruppe in höherer Dosierung und die dritte Gruppe ein Placebo. Die Teilnehmenden der Kontrollgruppe erhalten am Ende der Studie das Safranpräparat und profitieren somit auch von dessen Wirkung. Die Teilnahme an der gesamten Studie ist bequem von zu Hause aus möglich. Ein Besuch vor Ort ist nicht erforderlich.
An der Studie Interessierte können direkt den Screeningfragebogen ausfüllen (Dauer ca. 10 Minuten), um zu erfahren, ob sie als Teilnehmende geeignet sind: https://survey.uni-hannover.de/423598.
Kontakt für Fragen betreffend der Studie und/oder der Studienteilnahme: E-Mail: schlafstudie@nutrition.uni-hannover.de; Telefon: 0177 5617911.

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