Sonntag, 14.07.2024
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Richtfest beim Forum Wissenschaftsreflexion
Baufortschritt des Forschungsbaus der Geistes- und Sozialwissenschaften in der hannoverschen Nordstadt wird gefeiert
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Mit Matrix Evolution zu langlebigen Implantaten
Verbund von Wissenschaftlerinnen der Leibniz Universität Hannover und der MHH erhält rund 1,5 Millionen Euro Forschungsförderung
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Preis für die Entwicklung der Hautkrebsdiagnostik
Kooperationsprojekt der Leibniz Universität Hannover und der Universität Rostock zur Hautkrebsfrüherkennung erhält Auszeichnung
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75 Jahre Grundgesetz
Am 12. Juni 2024 spricht Peter Müller, Richter a.D. des Bundesverfassungsgerichtes und ehemaliger Ministerpräsident des Saarlandes, an der Leibniz Universität Hannover
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Herbst 2023: Editorial | Zurück

Liebe Studierende,

wir haben uns in dieser Ausgabe mal verschiedene Beziehungsmodelle angeschaut. Glaubt man aktuellen Studien, wünschen sich noch immer fast alle von euch die große Liebe und eine monogame Beziehung für die Ewigkeit. In der Realität gibt es dann aber leider meistens gleich mehrfach schmerzhafte Trennungen und harte Enttäuschungen. Klingt in der Theorie alles ziemlich gut, funktioniert in der Praxis eher selten. Ihr kennt das ja selbst von euren Eltern …

Vielleicht ist das auch der Grund, warum sich manche von euch nun auf die Suche machen nach anderen Alternativen, nach offeneren und vielleicht ehrlicheren Beziehungsmodellen, wobei der Traum von der großen Liebe ja vielleicht gar nicht ad acta gelegt werden muss. Die offene Beziehung ist eine Variante, die Freundschaft Plus erfreut sich ebenfalls zunehmender Beliebtheit, die Polyamorie ist noch eher ein Paradiesvogel unter den verschiedenen Möglichkeiten. Viele von euch bleiben auch einfach erstmal Single, konzentrieren sich aufs Studium und belassen es bei gelegentlichen Tinder-Dates. Warum auch nicht?

Auf diese letzte Frage haben diverse, eher konservative Kreise eine sehr klare Antwort. Der moralische Zeigefinger reicht bis zu Mond. Und auch wenn es um eure neuen Beziehungsmodelle geht, sind sie skeptisch. Man unterstellt euch in dem Zusammenhang gerne ein paar eher fragwürdige Eigenschaften. Ihr habt angeblich Angst vor engeren Bindungen, weil ihr nicht verletzt werden möchtet, ihr mögt es lieber beliebig und oberflächlich, ihr haltet nur ein bisschen fest, während ihr permanent weitersucht. Schon mutmaßen manche den Untergang des Abendlandes, denn es ist ja kaum vorstellbar, dass so eine unstete Generation irgendwann Familien gründen und Kinder in die Welt setzen wird.

Ich glaube, eure Kritiker*innen sind auf dem Holzweg. Was ich erkenne, ist, dass eure Generation es schlicht und ergreifend zunehmend ablehnt, sich selbst etwas in die Tasche zu lügen. Manche Gewissheiten haben sich einfach erledigt. Es gibt kein grenzenloses Wachstum, es gibt keine Garantie auf Frieden und Demokratie und es gibt – ganz privat – kaum eine monogame Beziehung, die nicht irgendwann an Untreue und Unehrlichkeit zerbricht. Menschen funktionieren monogam offensichtlich nur eine begrenzte Zeit – und dann beginnt meistens die Tragödie. Es ist also nur konsequent, wenn ihr Neues ausprobiert. Beziehungsmodelle, die nicht irgendwann auf Unehrlichkeit angewiesen sind. Und ich bin mit ziemlich sicher, die älteren Generationen betrachten das alles zwar mit Argwohn, aber auch mit wachsender Neugier. Vielleicht können sie demnächst noch was lernen …

Mehr zum Thema ab Seite 44.    

Viel Spaß mit dieser Ausgabe!

>> Lars Kompa



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