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Mein Hobby: Bouldern | Zurück

Spätestens seit TV-Formate wie „Ninja Warrior Germany“ deutsche Wohnzimmer erreicht und die athletischen Teilnehmer*innen beim Fernsehpublikum Aufsehen erregt haben, ist Bouldern in aller Munde. Dabei gab es die ersten Boulder-Sportler*innen schon um 1890, anfangs in Frankreich. Heute verbindet die Trendsportart Freeclimbing mit dem sicheren Klettern in einer Kletterhalle. „Du bist flexibler als beim normalen Klettern“, erklärt Jakob Kasel. Der 22-jährige kommt aus Steinhude in der Region Hannover und verbringt seine Freizeit regelmäßig mit Freund*innen in der Boulderhalle.

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>> Lukas Mires

Wie bist du zum Bouldern gekommen?
Als ich 14 oder 15 war, bin ich immer mit zwei Freunden Klettern gewesen. Zwei Mal die Woche waren wir in der Kletterhalle. Da hatte man dann seine Wand, die war 14 Meter hoch oder so in der Richtung, man hat sich gegenseitig gesichert und ist halt da hochgeklettert. Irgendwann habe ich mir dann das Bouldern angeschaut. Da ist man viel freier und kann auch mal allein hingehen, weil man niemanden braucht, der unten steht und sichert. Da kletterst du immer auf Absprunghöhe, also drei bis vier Meter, unten drunter liegt eine dicke Matte und du kannst die Routen völlig selbstständig wählen.

Würdest du sagen, Bouldern spricht eine bestimme Zielgruppe an oder kann etwas für jede*n sein?
Da ist für jede und jeden was dabei! Wenn man sich die Altersgruppen anguckt, dann reicht das wirklich vom Alter unserer Eltern bis hin zu kleinen Kindern. Die meisten sind aber so zwischen 20 und 30 Jahre alt. Die Halle ist immer richtig gut besucht. Egal, welches Fitnesslevel man hat oder wie stark die Griffkraft ist, da kann jeder was für sich finden, weil die Routen unterschiedliche Schwierigkeitsgrade haben und die Boulder, also die Griffe, unterschiedlich schwer oder leicht zu greifen sind. Man ist immer frei, alles auszuprobieren und zu gucken, welche Route geht und welche vielleicht noch nicht. Man findet relativ schnell heraus, welche Schwierigkeitsstufe infrage kommt. Manche Hallen haben auch noch extra Fitnessbereiche für Kraftsport. Das ist natürlich cool, weil manche Leute ja nicht so gerne ins Fitnessstudio gehen und sich da vielleicht wohler fühlen. Am Ende des Tages merkst du auf jeden Fall, dass du was getan hast, weil Bouldern einfach auf den ganzen Körper geht. Egal, wie fit du bist.

Was rätst du Boulder-Anfänger*innen?
Am Anfang sollte man sich erstmal alles von jemandem zeigen lassen, der weiß, wie es geht und was zu beachten ist. Ansonsten würde ich sagen, darf man auch ruhig mal ein bisschen an einer Route beißen. Damit meine ich, dass man wirklich daran arbeitet, rumprobiert, vielleicht nochmal abbricht und es neu versucht. Manchmal schaut man sich das Level einer Route an, denkt, das kann man schaffen und dann hängt man in der Wand und weiß plötzlich nicht weiter, weil man nicht weiß, wo man den nächsten Zug am besten hinsetzt. Wenn man nochmal runter kommt, sich das Ganze von außen anguckt und es dann noch einmal versucht, merkt man, dass es vielleicht mit der rechten Hand besser geht als mit der linken, man zuerst den Fuß umsetzen muss oder sowas. Also auf jeden Fall dranbleiben!

Bouldern1_cLukasMires
>> KletterCAMPUS Hannover

Was gibt es sonst noch zu beachten? Welches Equipment braucht man und welche Kosten fallen dafür an?

Zum Bouldern braucht man erstmal spezielle Schuhe. Das sind so Kletterschuhe mit einer relativ dünnen Gummisohle. Die sind vorne ganz schmal und spitz, damit man auch auf kleinen Bouldern einen guten Halt hat. Solche Schuhe kann man sich entweder selbst kaufen oder in der Halle gegen Gebühr ausleihen. Wichtig ist auch Kalk. Den gibt´s entweder flüssig oder als Pulver. Wenn man sich vor dem Klettern damit die Hände einreibt und dann schwitzt, rutscht man nicht ab, weil der Kalk den Schweiß bindet. Kann man sich auch selbst anschaffen oder leihen. Allgemein bezahlt man in den Hallen, die ich kenne, zwischen acht und zwölf Euro, für Student*innen gibt´s meisten noch Rabatt. Und das sind in den meisten Fällen auch Tagespreise, heißt, man zahlt diesen Preis und kann so lange bleiben, wie man will.

Was ist für dich persönlich das Besondere am Bouldern?
Bouldern ist einfach was, das man cool mit Freunden machen kann. In so einer Halle kann man wirklich gut mehrere Stunden verbringen. Manchmal hockst du auch einfach ein paar Minuten auf der Matte rum und quatscht miteinander oder deine Freunde geben dir von der Matte aus Tipps, wenn du in der Wand hängst und nicht weiterkommst. Andere Sportarten kann man auch mit Freunden machen, klar, aber wenn ich zum Beispiel mit einem Freund Tennis spielen gehe, stehen wir ein paar Meter auseinander, spielen uns die Bälle zu und das war es. Bouldern ist ganz anders, das ist ein toller Mix aus Einzelsport und Gemeinschaft.

>> Interview: Laura Druselmann

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Bist du auf den Geschmack gekommen? An diesen Orten in Hannover kannst du das Bouldern ausprobieren: 

Beta Boulderhalle
Weidendamm 2, 30167 Hannover
Tel. 0511 49533338
www.boulderhalle-beta.de
Mo bis Fr: 10-23 Uhr
Sa und So: 9-22 Uhr

escaladrome
Am Mittelfelde 39, 30519 Hannover
Tel. 0511 4756444
www.escaladrome.de
Mo bis Fr: 10-23 Uhr
Sa und So: 10-22 Uhr

KletterBar Hannover
Reinhold Schleese-Straße 21, 30179 Hannover
Tel. 0511 47313013
www.kletterbar-hannover.de
Mo bis Fr: 10-23 Uhr
Sa und So: 9-22 Uhr

GriffReich – Kletterzentrum des DAV Hannover
Peiner Straße 28, 30519 Hannover
Tel. 0511 85061200
www.griffreich.de
Mo, Mi und Fr: 14-22 Uhr
Di und Do: 10-22 Uhr
Sa und So: 10-20 Uhr

KletterCAMPUS Hannover
Am Moritzwinkel  6, 30167 Hannover
Tel. 0511 76214288
www.hochschulsport-hannover.de/klettercampus
Mo, Di und Do: 16-22 Uhr
Mi und Fr: 10-22 Uhr
Sa und So: 10-20 Uhr

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